Ferse okay, Friend wieder fit

Ferse okay, Friend wieder fit

Borussia: Und auch Michael Bradley brennt auf einen Einsatz im Bremer Weserstadion.

Mönchengladbach. Mit einem sehenswerten Volleyschuss hämmert Rob Friend den Ball in die Tor-Maschen, seine Mannschaftskollegen unterbrechen justament für einen kurzen Augenblick das Training, klatschen anerkennend in die Hände. Auch Michael Frontzeck nickt zufrieden, schickt Friend im Anschluss gleich zum Duschen.

"Der Trainer sagt, ich soll mich am ersten Tag ein wenig zurückhalten", erzählt der Kanadier auf dem Weg zur Kabine, während seine Teamkollegen noch in der sengenden Mittagssonne weitertrainieren. Seit Mitte März hat Friend wegen einer hartnäckigen Fersenverletzung gefehlt, musste nach drei Operationen hart schuften, um wieder fit zu werden.

Mittwochmorgen durfte der Sturm-Hüne erstmals wieder voll mit den Gladbacher Profis trainieren, wurde dabei von mehr als 150 Zuschauern im Borussia-Park mit freundlichem Applaus begrüßt. "Endlich bin ich wieder dabei. Das ist wirklich eine tolle Woche, meine Frau und ich haben einen tollen Sohn bekommen, ich bin überglücklich und topfit", sagt Friend, dem die Lust auf Fußball spürbar anzumerken ist.

"Wenn es möglich wäre, würde ich schon gerne am Sonntag in Bremen auflaufen", gesteht Friend. Doch bei allem Eifer - von einem Bundesliga-Einsatz ist Borussias bester Torschütze der vergangenen zwei Jahre wohl noch weit entfernt, er muss sich nun erstmal gegen Bobadilla oder Colautti beweisen. Damit Friend von weiteren Verletzungen verschont bleibt, trägt der 28-Jährige neuerdings einen Glücksbringer am rechen Handgelenk: "Im Sommer-Urlaub in Kroatien habe ich mir ein Armband mit Ikonen gekauft. Es soll mich beschützen." Und natürlich Frau Marie und Sohn Lucas Robert, der zu Beginn der Woche das Licht der Welt erblickt hat.

Auch Friends Freund Michael Bradley ist wieder beim Training dabei. Der US-Amerikaner weist keinerlei Symptome der Schweinegrippe auf, die Tage der "Isolation" sind vorüber. "Endlich! Zu Hause war mit furchtbar langweilig", sagte Bradley, der Mittwoch ziemlich angefressen wirkte: "Nur in Deutschland gilt wohl diese Regelung. Alle meine Nationalmannschaftskollegen, die vergangene Woche in Mexiko dabei waren, durften am Wochenende auflaufen. Ob in England oder Frankreich. Selbst Donovan hat gespielt. Nur Cherundolo und ich mussten pausieren."

Um seinen Platz in der Mannschaft bange er auch nach der guten Leistung seiner Kollegen gegen Hertha nicht. "Da mache ich mit keine Gedanken. Wir haben eine lange Saison vor uns, da wird jeder Spieler gebraucht", sagt Bradley selbstbewusst.

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