Europa League: Gladbach blamiert sich gegen Basaksehir - Ausgeschieden

1:2 gegen Basaksehir Istanbul : Gladbach blamiert und im Europapokal ausgeschieden

In der Bundesliga spitze, international blamiert: Borussia Mönchengladbach ist als einziger der sieben deutschen Starter in der Gruppenphase des Europapokals gescheitert.

Das war auch neu für Marco Rose. Ein Endspiel, um in der Europa League zu überwintern. Die Ausgangssituation war klar – mit einem Punkt ist Gladbach weiter, bei Sieg Gruppenerster. Es war kein Punkt, eine 1:2-Niederlage sogar gegen Basaksehir Istanbul und der erste große Rückschlag für Borussia Mönchengladbach. Da AS Rom gegen Wolfsberg 2:2 spielte, sind die Gladbacher aus der Europa League ausgeschieden.

Es war Roses 30. Europa-League-Spiel, er gilt damit als einer der erfahrensten unter den Trainern. Und auch seine Bilanz ist durchaus beachtlich – 17 Siege, sieben Unentschieden. Seit Donnerstag aber leider jetzt sechs Niederlagen.

Die Gladbacher haben es sich allerdings selbst zuzuschreiben – von drei Heimspielen zwei verloren. Das erste blamabel 0:4 gegen Wolfsberg im September, das letzte eben 1:2 gegen Istanbul. Das ist dann zu wenig, wie auch gestern die Leistung hinter der der vergangenen Woche zurückblieb.

Sollte es so etwas wie überbordende Euphorie nach dem Bayern-Sieg gegeben haben, muss man den Gladbachern bescheinigen, vorbildliche Schauspieler zu sein. Engagiert und dominant spielten sie, aber gleichwohl auch ohne Präzision und Inspiration. Ein Fußball, der nicht so wirklich schön anzusehen war und dem die Zielstrebigkeit fehlte. Das Passspiel war schlampig, Stockfehler schlichen sich zudem ein. So viele, wie sie keinem Trainer gefallen können.

Rose hatte fünf frische Kräfte, vor allem im Mittelfeld und in der Offensive gegenüber dem 2:1-Erfolg gegen den FC Bayern gebracht. Aus dem Sextett blieben alleine Marcus Thuram und Denis Zakaria im Team, Breel Embolo spielte für Alessane Plea, Patrick Herrmann für Lars Stindl, Florian Neuhaus für Jonas Hofmann und Christoph Kramer für Laszlo Benes, Zudem agierte in der Abwehr Oscar Wendt für Ramy Bensabaini.

Die erste ansehnlich kombinierte Aktion vermochte Embolo nicht abzuschließen, unterlief Wendts Flanke. Wenig später schaufelte Wendt einen Pass von Herrmann über das Tor. Lainer als Passgeber und Thuram als Vollstrecker waren die Protagonisten für das 1:0 (32.) und das feine Näschen des Trainers, diese beiden Bayern-Bezwinger im Team zu belassen. Gladbach spielte seine technische Überlegenheit jetzt besser aus und musste doch mit einem 1:1 (44.) in die Pause. Diesmal reichte die Reichweite von Yann Sommer wie noch vor fünf Tagen im Bayern-Spiel nicht aus, als er einen Ball mit dem Mittelfinger der linken Hand von der Linie kratzte. Ein Schuss von Irfan Can Kahveci, der aufsetzte, konnte der Torhüter nicht festhalten und entscheidend ablenken, die Kugel trudelte neben dem Pfosten ins Tor. Gleichwohl waren konstruktive Elemente im Spiele der Gäste auch bei größtem Wohlwollen nicht auszumachen.

Gladbach tat sich nach der Pause schwer, diesen fußballerischen Irrtum des Ausgleichs zu korrigieren. Weil zusehends Krampf statt Überzeugung mitspielte und auch die Gäste den desolaten Eindruck des ersten Durchgangs aufbesserten und ihre Chance auf das Weiterkommen mit einem weiteren Treffer witterten. Dabei scheiterten Herrmann (60.) und der eingewechselte Plea (87.) mit großartigen Chancen am famos parierenden Gästetorhüter Mert Günok. In einer hektischen Schlussphase setzen die Gäste dann den Schlusspunkt mit dem 2:1 (90.) durch Enzo Crivelli, der eine Flanke aus dem Halbfeld verwandelte, nachdem Elvedi das Kopfballduell verloren hatte. Thurams Kopfball zwei Minuten später landete nur am Pfosten und trübt die Weihnachtszeit der Gladbacher ein wenig ein.

(mit Material von dpa)