Eberl: Wir holen neue Spieler

Fußball: Gladbach Sportdirektor hält standhaft am Trainer fest. Auch bei einer Niederlage gegen Hamburg.

Mönchengladbach. Michael Frontzeck steht auf Platz zwei, hinter Dieter Hecking. Dritter ist Zvonimir Soldo. Aber die Bundesliga schert sich nicht unbedingt um Wetten und der daraus resultierenden Rangliste, welcher Trainer zuerst entlassen wird. Der Kroaten Soldo freilich musste gehen. In Köln. Im Abstiegskampf. Christian Gross und Jens Keller sind ebenfalls Geschichte. Beide gescheitert in Stuttgart, wo sich nun Bruno Labbadia versucht. Aber Dieter Hecking arbeitet immer noch munter in Nürnberg und zudem weitaus gelassener als Michael Frontzeck bei Borussia Mönchengladbach.

Eines muss man Michael Frontzeck und Max Eberl lassen: Die Art und Weise, wie Cheftrainer und Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach trotz des freien Falls Richtung zweite Liga ihr „wir schaffen das, egal wie“ in der Öffentlichkeit proklamieren, lässt Nehmerqualitäten erkennen. Schließlich ist das mediale Trommelfeuer angesichts der prekären Situation — Tabellenletzter, sieben Punkte Abstand zum rettenden Ufer — gewaltig.

Dass beide wegen der sportlichen Talfahrt im Fokus der Kritik stehen, mag niemanden ernsthaft wundern. Aber das Pferd wechseln, den Trainer austauschen, kommt für Eberl nicht in Frage. „Wir sind von dem, was wir tun, überzeugt. Für uns gibt es objektive Gründe, die diese Hinrunde beeinflusst haben. Mit denen müssen wir leben. Wir haben was angefangen — und diesen Weg werden wir weitergehen“, sagt Eberl vor dem Spiel am Freitag um 20.30 Uhr gegen den Hamburger SV.

Das Kernproblem sei die Verletzungsmisere. Die Mannschaft müsse ständig verändert werden. Aber, so Eberl, die Vielzahl der Fehler in der Defensive sei auch eine Frage der Qualität. Daher wird der Klub, entgegen bisher geäußerter Prämissen, jetzt nun doch in der Winterpause am Personal nachbessern. „Die Gespräche mit den Kandidaten führen wir mit Michael Frontzeck gemeinsam. Daran sieht man, wie wir arbeiten und wir uns die Neuaufstellung in der Winterpause vorstellen.“ Kandidaten sind Christian Eichner (28), Linksverteidiger bei Liga-Konkurrent Hoffenheim, ebenso wie Hasan Salihamidzic (33). Der Vertrag des Ex-Münchener bei Juventus Turin läuft aus. Im Fokus steht auch Abwehrspieler Mathias Jörgensen (20) vom FC Kopenhagen.

Auch Frontzeck beteuert, die Zügel fest in der Hand zu haben. „Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir es schaffen können, die Klasse zu halten. Ohne Wenn und Aber“, sagt Frontzeck. Dennoch: Die Gladbacher Ultras haben alle VfL-Fans für Freitag beim Spiel zu einem Total-Boykott aufgerufen.

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