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Borussia Mönchengladbach: Derby-Sieg! Traoré wirbelt Köln durcheinander

Borussia Mönchengladbach : Derby-Sieg! Traoré wirbelt Köln durcheinander

Gladbach startet in die 50. Bundesliga-Saison mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln. Heckings Mannschaft gewann am Sonntagabend mit 1:0 im ausverkauften Borussia-Park. Ibrahima Traoré war der "Wirbelwind" des Spielfeldes.

Mönchengladbach. Besser hätte der Start in die 50. Bundesliga-Saison von Borussia Mönchengladbach nicht beginnen können. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking gewann am Sonntagabend vor 54 018 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park gegen den 1. FC Köln mit 1:0 (0:0) und feierte damit im 104. Duell mit dem ewigen Rivalen bereits den 54. Sieg. Den Treffer des Tages zum knappen, aber verdienten Erfolg erzielte in der 49. Minute zwar der Schweizer Nico Elvedi, Mann des Spiels aber war "Wirbelwind" Ibrahima Traoré. "Ein Sieg zum Start ist wichtig für den Kopf. Besonders dann, wenn er auch noch im Derby gelingt", sagte Traoré.

Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln - das ist eines der prickelndsten Fußball-Spiele in Deutschland. Spätestens seit dem Finale im DFB-Pokal 1973, welches Günter Netzer in der Verlängerung mit legendärer Selbsteinwechslung und entscheidendem Treffer zum 2:1 zu Gunsten der "Fohlenelf" entschieden hatte. In diesem Duell zwischen Provinz und Großstadt geht es auch immer um die Vorherrschaft im Rheinland. Doch während dies noch bis in die jüngere Vergangenheit zu teilweise kriminellen Auseinandersetzungen zwischen beiden Fan-Lagern geführt hatte, waren die beiden Derbys der vergangenen Saison in einem erfreulichen Rahmen verlaufen.

Intensiv und spannend auf den Spielfeldern, dennoch friedlich auf den Rängen sowie außerhalb der Stadien. Natürlich gefördert durch die Präventivmaßnahmen der Polizei, die auch am Sonntag wieder etliche Auflagen erlassen hatte. Rund 1000 Beamte sicherten das Risiko-Spiel. Zwischen 11 und 21 Uhr durfte an den Bahnhöfen der Verbindungsstrecken weder Alkohol verkauft noch zuvor erworbener in die Züge mitgenommen werden. Dazu erhielten 15 Gladbacher und 16 Kölner als gewalttätig registrierte Personen ein via Meldeerlaß erwirktes Betretungsverbot. Überdies haben derzeit 47 Borussen- sowie 200 Effzeh-Anhänger ein bundesweites Stadionverbot.

Beim normalen Fußball-Volk hingegen hat sich in den vergangenen Jahren ein gegenseitiger Respekt entwickelt. Stand Gladbach noch 2011 am Abgrund zur 2. Liga, so gelang seitdem in sechs Spielzeiten gleich viermal der Einzug ins internationale Geschäft. Und beim 1. FC Köln, der bis 2013 eher wie ein Karnevals- denn ein Fußball-Verein geführt wurde, schafften Trainer Peter Stöger und Manager Jörg Schmadtke durch seriöse Arbeit nun erstmals nach 25 Jahren wieder die Qualifikation für den Europapokal. Stöger bezeichnete dafür Gladbach als Vorbild. Auf der anderen Seite gönnen selbst Borussen-Fans ihren Erz-Rivalen die Tour durch Europa.

Freilich soll dies nicht zum Dauer-Zustand werden. Insofern stand das 104. Duell der rheinischen Traditions-Vereine aus Gladbacher Sicht unter dem Motto "Umschaltspiel". Nicht wegen irgendeines taktischen Systems, sondern um die in der vergangenen Saison verlorene Führungsrolle zurück zu erobern. "Es ist ein besonderer Auftakt. Wir spielen zu Hause, haben hier in der vergangenen Saison gegen Köln eine empfindliche wie unverdiente Niederlage hinnehmen müssen und wollen daher jetzt mit einem Erfolgserlebnis starten", sagte Gladbachs Manager Max Eberl im Vorfeld der Partie.

Die kannte dann auch von Beginn an kein Abtasten. Mit hohem Tempo sowie gutem Kombinationsspiel suchte die "Fohlenelf" den Weg zum gegnerischen Tor und allen voran Ibrahima Traoré wirbelte den durchaus kompakten Defensiv-Verbund der Gäste häufig durcheinander. Fast sechs Monate der vergangenen Saison hatte der 29-Jährige wegen zweier Verletzungen verpasst, umso mehr sprüht er nun vor Tatendrang. "Mein Spiel wird besser und besser", meinte Traoré. Wie zum Beweis wirbelte der Guineer nahezu unermüdlich mit seiner Qualität, Eins-gegen-eins-Situationen lösen und danach sofort Fahrt aufnehmen zu können.

Dumm nur, dass die Kollegen im Abschluss Ladehemmung an den Tag legten. So hätten die Kölner bei zwei Aktionen von Jhon Cordoba den Spielverlauf sogar auf den Kopf stellen können. Drei Minuten nach der Pause aber fand Traoré den aufgerückten Außenverteidiger Elvedi und der schoss mit seinem ersten Bundesliga-Treffer zum längst fälligen 1:0 ein. Kölns Trainer Peter Stöger stellte auf zwei Spitzen um, Gladbach zog sich etwas zurück und setzte auf Konter. Die allerdings wurden nicht gut ausgespielt, während der "Effzeh" zu wenig zwingend agierte und so blieben die ersten drei Punkte der Saison verdientermaßen am Niederrhein.