Borussia will kein Aufbaugegner werden

Im Pokal geht es zu Regionalligist Homburg. Der wartet noch auf den ersten Saisonsieg.

Mönchengladbach. Die Telefone in der Geschäftsstelle des Fußball-Regionalligisten FC Homburg laufen heiß. Jeder will eine Karte für den Pokalhit gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag.

Borussia will kein Aufbaugegner werden
Foto: dpa/privat

Das Saarland ist im Pokalfieber. Für das Pokalspiel wurden bereits 16 000 Tickets verkauft, vielleicht gibt es sogar ein volles Haus mit 22 000 Fans im altehrwürdigen Waldstadion, wo sogar ein VIP-Zelt für das große Match aufgebaut wird. „Wir freuen uns riesig auf das Spiel des Jahres gegen die Borussia, die hier im Saarland unglaublich viele Fans hat. Sogar mein Schwager ist Gladbach-Fan“, sagte Klub-Präsident Herbert Eder (62) gegenüber der WZ. Er will der den ehemaligen Bundesligisten (1986 bis 1990) wieder in bessere Zeiten führen.

In Jens Kiefer (39) hat er gerade einen neuen Trainer aus Trier zurückgeholt, der den Club vor vier Jahren in die Regionalliga gebracht hat. Eder: „Wir wollen gegen Gladbach mit Kampfgeist und Herzblut agieren, bislang warten wir in der Liga noch auf den ersten Sieg. Vielleicht können wir uns im Pokal mit einer guten Leistung wieder aus dem Sumpf ziehen.“ Nach drei Spieltagen liegt der FC auf dem vorletzten Rang mit einem Punkt.

Insgesamt wurden 16 neue Spieler geholt, bis auf sechs Stammkräfte durften alle anderen Akteure gehen, nachdem man in der vergangenen Saison vom dritten Platz in der Hinrunde noch ins untere Mittelfeld abgerutscht war. Nun warten die Fans ungeduldig auf Erfolgserlebnisse. Eder: „Im Pokal ist zwar alles möglich, aber wir wissen auch: wenn eine deutsche Spitzenmannschaft wie die Borussia uns ernst nimmt, dann ist wohl kaum eine Überraschung drin.“

Zu sicher sollten sich die Schützlinge von Lucien Favre allerdings nicht sein, denn Homburg ist eine echte Pokalelf, die es seit Jahren in die erste Hauptrunde schafft und die sogar mal die Münchner Bayern 1977 aus dem Wettbewerb warf. Eder: „Das war ein tolles Erlebnis. Das ganze Waldstadion bebte damals, wir gewannen 3:1 gegen die Münchner Startruppe mit Sepp Maier, Gerd Müller, Uli Hoeneß. Es wäre schön, wenn wir so ein Spektakel noch einmal erleben dürften.“