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Borussia-Lagerleben: Kein Spaß in Schmerzlake

Borussia-Lagerleben: Kein Spaß in Schmerzlake

25 Profis haben Montagvormittag im Trainingslager in Herzlake ein volles Programm absolviert

Mönchengladbach/Herzlake. Das Schild "Romantik Hotel Aselager Mühle" weist den ortsunkundigen Besuchern den Weg in eine schmale Straße, an deren Ende unübersehbar eine große Mühle thront. Die schöne Landschaft und das kleine Flüsschen Hase dürften den Spielern von Borussia Mönchengladbach aber relativ egal sein. Für die 25 Profis geht es im Trainingslager in Herzlake im Emsland, gut 240 Kilometer nördlich von Mönchengladbach, um Grundlagenausdauer.

Ohne den am Oberschenkel verletzten Sebastian Schachten ging es am Montagmorgen um 7.30 Uhr in den Wald. Für Montag steht ein volles Programm an. Soll heißen: Nach dem Waldlauf vor dem Frühstück ging es um 10.10 Uhr auf den weitläufigen Platz direkt hinter dem Hotel Aselager Mühle. Abwehrspieler Dante (Pferdekuss) und Neuzugang Igor de Camargo (Bänderdehnung) absolvierten nur ein eingeschränktes Training. Abwehrspieler Bamba Anderson stieg nach seinem grippalen Infekt erstmals ins Training ein. Nach Kraftübungen mit einem Gummiband und 40-Kilo-Hanteln gab es ein 30-minütiges Spielchen, um 12.15 Uhr ging es zum Essen. Die jungen Spieler räumten artig die Übungsgeräte weg.

Nur knapp zwei Dutzend Zuschauer beobachteten das Geschehen. Außer vier kleinen Autogrammjägern weit und breit keine Fans - sicherlich auch ein Grund für die Wahl der abgeschiedenen Anlage. Am späten Nachmittag wird es einen weiteren Waldlauf geben.

In Herzlake findet die Borussia nach Ansicht von Trainer Michael Frontzeck, der mit Arminia Bielefeld bereits hier war, beste Bedingungen vor. Co-Trainer Frank Geideck sagt sogar von sich, "gefühlte 15 Mal" mit Arminia Bielfeld in Herzlake gewesen zu sein. Der große Trainingsplatz mit einem Rasenteppich und der Wald für die Ausdauerläufe befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Felix Magath war im vergangenen Jahr mit den Profis von Schalke 04 in dem Hotel. "Schmerzlake" haben die Profis das Lager genannt. Thorben Marx, Gladbachs "Sechser", kann den Einheiten trotzdem etwas gutes abgewinnen. "Natürlich machen Trainingslager nie Spaß. Das ist bei jedem Spieler so. Trotzdem mache ich das Ausdauertraining hier gerne, weil meine Position sehr laufintensiv ist und ich über die Fitness komme."

Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft war auch bei den Borussen-Profis am Montagmorgen noch immer Gesprächsthema. Gladbachs Pressesprecher Markus Aretz war beeindruckt, wie die Spieler während des Spiels mitgegangen waren. "Man glaubt immer, das sind abgezockte Profis. Wie die aber beim gemeinsamen Gucken mitgegangen sind und gejubelt haben, hat mich überrascht."