Borussia: Ein Team ohne Allüren

Borussia: Ein Team ohne Allüren

Sportdirektor Eberl weiß, warum die Borussia einen Lauf hat. Die Spieler sind eine verschworene Gemeinschaft.

Mönchengladbach. Nur noch zwei Tage: Max Eberl ist gespannt wie ein Flitzebogen. Der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach kann es kaum erwarten und freut sich, wie er sagt, "unheimlich" auf das Spiel gegen Schalke 04 (Sa., 18.30 Uhr, Borussia-Park), auf das neben Werder Bremen auswärtsstärkste Team der Liga.

Für Eberl steht fest: "Schalke wird sich oben festsetzen. Davon bin ich überzeugt. Aber vielleicht ziehen wird ja trotzdem am Samstag unser Ding durch. Wir versuchen es."

Wie stark ist Borussia Mönchengladbach wirklich? Was steckt in der Mannschaft drin? Welche Entwicklung nimmt sie unter der Regie von Cheftrainer Michael Frontzeck? Seit dem Ende der Niederlagenserie hat die Elf vom Niederrhein ihre Bilanz merklich aufpoliert (vier Spiele, acht Punkte).

"Das Tal liegt hinter uns", sagt Eberl, der den Manager-Posten vor gut einem Jahr übernommen hat. "Wir haben im Moment einen guten Lauf." Weil die Mannschaft, laut Eberl, eine verschworene Gemeinschaft ist. Auf und neben dem Platz. Eberl: "Jeder muss seine Qualität einbringen, das macht uns stark. Dann können wir alles selbst beeinflussen. "

Ist Borussia Mönchengladbach nach 13 Liga-Begegnungen im Soll? "Auf jeden Fall, 100-prozentig", betont der 104-malige Bundesliga-Spieler mit bayrischer Vorgeschichte - als 18-Jähriger debütierte er beim Rekordmeister von der Isar. Und natürlich wollen die Borussen nach ihrem zweiten Auswärtssieg in den vier letzten Spielen der Hinrunde, die den Schützlingen von Michael Frontzeck noch einmal alles abverlangen dürften, weiter punkten: gegen Schalke 04, beim FC Bayern, gegen Hannover und bei Bayer Leverkusen. Eberl: "Wir freuen uns auf die Vergleiche und können zeigen, wie weit wir sind."

Max Eberl kann zweifellos mit dem Auftreten der Borussen in den vergangenen Wochen zufrieden sein. "Die Mannschaft funktioniert." Dazu beigetragen haben neben den Wintereinkäufen 2008/2009 auch die Zugänge in diesem Sommer, die den fünffachen Deutschen Meister rein spielerisch erheblich weiter gebracht haben. Allen voran der zu Beginn der Rückrunde verpflichtete Abwehr-Chef Dante, der alles im Blick und vor sich hat und das Spiel der Borussia von hinten heraus organisiert und dirigiert. "Das ist ein Mosaiksteinchen von vielen. Letztlich geht es darum", so Eberl, "dass der eine den anderen puscht, dass alle an einem Strang ziehen."

Aber das ist es nicht allein, ergänzt Eberl: "Wir haben Spieler ohne Allüren. Auch das ist wichtig." Und neben den anderen wertvollen Akteuren im Kader haben die Borussen wieder einen Youngster, der nach dem Wechsel von Marko Marin zu Werder Bremen die Lücke fast problemlos geschlossen hat:

Senkrechtstarter Marco Reus ist ein Glücksfall für die Borussia. Trotz diverser anderer Angebote hat sich der Ahlener für das Konzept und die Philosophie im Borussia-Park entschieden. Genau wie Eberl ist auch Reus ein bisschen aufgeregt vor dem Spiel am Samstag. "Es geht ja gegen Schalke 04." Da ist dann auch der Youngster wieder gefragt - mit seinen Tempodribblings, öffnenden Pässen und der wertvollen Defensivarbeit.

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