Borussia-Boss Rolf Königs denkt nicht an Aufgabe

Borussia-Boss Rolf Königs denkt nicht an Aufgabe

Auch Vizepräsident Rainer Bonhof und Sportdirektor Max Eberl wollen ihr Amt nicht abgeben.

Mönchengladbach. Nicht nur auf dem Boulevard wird heftig über die Zukunft von Rolf Königs spekuliert. Der Präsident der einst ruhmreichen Borussia aus Mönchengladbach, die nach dem 0:1 beim FSV Mainz 05 dem dritten Bundesligaabstieg der Vereinsgeschichte entgegensieht, steht im Kreuzfeuer der Kritik. „Wir lassen uns alle am sportlichen Erfolg messen, ich schließe mich da nicht aus“, hat der Lenker der Borussia immer wieder betont.

Der Ausgang der Jahreshauptversammlung am 29. Mai ist offen, der Widerstand hat sich längst formiert. Aber niemand weiß, wie durchsetzungsfähig die Kritiker von Königs wirklich sind.

Königs selbst zeigt trotz dramatischer sportlicher und offenbar auch finanzieller Situation seiner Borussia entgegen aller Vermutungen keine Zeichen von Resignation. Im Westdeutschen Rundfunk kündigte der Präsident am Montag am späten Abend an, auch nach Ablauf seiner Amtszeit 2013 erneut kandidieren zu wollen.

„Ich bin bis 2013 gewählt, und der Königs bleibt auch bis 2013. Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich auch vor, noch länger zu bleiben. Auch im Fall des Abstieges, da ich Verantwortung übernommen habe und zu der Sache stehe“, sagte Königs, der sich am Mittwochabend beim Sponsorentreff erklären muss.

Königs ist seit 2004 Präsident. Seit Amtsantritt wurden vier Sportdirektoren und zehn Trainer verpflichtet. „Nachher ist man immer schlauer, es war nicht immer alles perfekt, wenn ich langfristig zurückschaue. Seit 2007 setzen wir auf Kontinuität und Stabilität“, sagt der gestresste Präsident.

Das sehen die Kritiker anders. Auch die Klub-Legenden Günter Netzer und Berti Vogts. „Der Klub wird von einem Präsidenten geführt, der alles an sich gerissen hat. Das ist zu viel Machtbefugnis für eine Person“, befand Netzer.

Vizepräsident Rainer Bonhof wurde von Netzer ebenfalls an den Pranger gestellt, will aber auch weitermachen: „Ich habe noch nie an Rücktritt gedacht. Ich habe viele Spiele verloren, aber ich bin auch immer wieder aufgestanden. Warum soll ich in unserer Situation, die schwierig ist, zurücktreten?“, sagt Bonhof. Und der heftig unter Beschuss stehende Sportdirektor Max Eberl will ebenfalls nicht das Handtuch werfen. „Ich laufe nicht weg“, erklärt er.

Was nichts daran ändert, dass die kurzfristigen sportlichen Perspektiven auf die Zweitklassigkeit gerichtet sind. Der nächste Gegner heißt Borussia Dortmund.

Im Abstiegsfall dürften Marco Reus, Dante und Igor de Camargo nicht zu halten sein. Dass Dante bereits in Hamburg zu Transfergesprächen weilte, wies der Abwehrspieler am Montag zurück: „Ich war nicht in Hamburg, sondern mit meiner Familie im Disneyland in Paris.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung