Borussia blickt trotz Remis nach oben

Borussia blickt trotz Remis nach oben

Mainz. Borussia Mönchengladbach hat den siebten Sieg in Serie in der Fußball-Bundesliga verpasst. Die „Fohlen-Elf“ trennte sich am Samstag mit einem torlosen Remis vom FSV Mainz 05. Vor 34 000 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena war Borussia zwar die spielbestimmende Mannschaft, konnte sich jedoch gegen aufopferungsvoll kämpfende Hausherren keine wirklich zwingenden Torchancen erspielen.

Dennoch bleibt der VfL weiter auf Platz vier in der Tabelle und darf weiter von der Teilnahme an der Champions League träumen.

Als Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie gerade erst abgepfiffen hatte, trat Borussias Sportdirektor Max Eberl vor die Journalisten und verkündete die frohe Botschaft: der bis 2015 datierte Vertrag von Erfolgstrainer Lucien Favre soll vorzeitig verlängert werden. Sicherlich ein wichtiges Zeichen an alle im Umfeld des Borussia-Parks. Die Bosse setzen auf Kontinuität und wollen langfristig mit Favre den eingeschlagenen Weg zurück unter die Top-Klubs der Liga fortsetzen. Eberl: „Mit Lucien Favre haben wir einen Goldgriff getan. Er ist ein phantastischer Trainer, der bei uns überragende Arbeit macht, mit dem es richtig Spaß macht, zusammen zu arbeiten. Demnächst werden wir die Gespräche beginnen lassen, den Vertrag zu verlängern.“

Er ist eigentlich nur eine Notlösung als Innenverteidiger gewesen. Doch Tony Jantschke hat auf Anhieb in der Abwehrzentrale überzeugt, mit ihm sind die Fohlen seit nunmehr sieben Spielen in Folge ungeschlagen, hielten beim torlosen Remis in Mainz zum dritten Mal in Folge auswärts die Null. Und Jantschke zählte in seinem 100. Bundesliga-Spiel erneut zu den besten Borussen. Momentan gibt es für Cheftrainer Lucien Favre keinen Grund, Jantschke wieder auf die Position des rechten Verteidigers zu schicken. Jantschke sagte nach dem Mainz-Spiel: „Mit dem Punkt kann ich gut leben. Wir haben hinten die Ruhe behalten, in solchen Spielen ist es wichtig, dass du bis zum Schluss die Nerven behältst. Dass wir nicht immer gewinnen können, dürfte auch klar sein.“

Beide Teams begannen offensiv und drängten auf das erste Tor. Bereits nach drei Minuten sorgte die erste Kombination der Gäste für Gefahr im Mainzer Strafraum. Der Schuss von Oscar Wendt aus gut 20 Metern ging aber weit über das Tor von Loris Karius. Auf der Gegenseite strich ein Schuss von Okazaki knapp am Ziel vorbei (8.). Fünf Minuten später war Karius bei einem Schuss von Arango zur Stelle. Im Anschluss neutralisierten sich beide Mannschaften fast vollständig. Borussia versuchte über viel Ballbesitz die Spielkontrolle zu gewinnen, war auch zumeist tonangebend, ohne daraus Kapital schlagen zu können. Es fehlte diesmal an Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft. Die Mainzer warfen aber auch alles in die Waagschale, machten geschickt die Räume dicht und kämpften um jeden Meter.

Nach dem Wechsel ein ähnlicher Spielverlauf: Borussia dominierte, kam auch zu Chancen — aber nichts Zwingendes. Dann plötzlich Mainz: Maxim Choupo-Moting verpasste es, sein Team aus guter Position in Führung zu bringen (51.). Gladbach hatte durch Julian Korb die beste Chance. Der Schuss des Außenverteidigers ging jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (57.). Am Ende drückte Gladbach noch einmal mit aller Macht, wurde jedoch nicht mehr belohnt.

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): Es ist gut, dass wir nach einem Unentschieden ein wenig enttäuscht sind, das hätten wir vor ein paar Wochen nicht gedacht. Ein Punkt auswärts in Mainz gegen eine gute Mannschaft ist in Ordnung. Mainz ist immer brandgefährlich nach Balleroberungen oder Konter, aber wir haben sie gut beherrscht. Wir haben nicht viel zugelassen. Wir hatten drei oder vier gute Möglichkeiten, aber häufig ist der letzte Pass nicht perfekt gekommen. Wir haben alles versucht, hatten fast 70 Prozent Ballbesitz. Ich habe viele positive Sachen gesehen.

Thomas Tuchel (Trainer Mainz 05 ): „Die Abläufe bei Borussia zu verteidigen hat heute Mut erfordert, auch viel Vertrauen und extrem viel Fleiß. Es war notwendig, dass wir zu 100 Prozent konzentriert bleiben, das ganze Spiel über. Wenige Sekunden Unaufmerksamkeit können gegen Borussia reichen, das Spiel zu verlieren. Wir haben viel Wert darauf gelegt, stabil und hoch zu verteidigen. Das Unentschieden geht daher aus meiner Sicht völlig in Ordnung.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung