Borussia bei Typisierungs-Aktion: Ein Stäbchen, das Leben rettet

Borussia bei Typisierungs-Aktion: Ein Stäbchen, das Leben rettet

Die Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach sind ab sofort in der Knochenmarkspenderdatei registriert.

Mönchengladbach. Eigentlich ist alles wie immer im Presseraum von Borussia Mönchengladbach: Journalisten und Kamerateams warten darauf, dass es losgeht. Aber Thema ist nicht das nächste Bundesligaspiel, sondern es sind Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind. Die komplette Profimannschaft — Trainer, Betreuer und Mitarbeiter der Geschäftsstelle — sind gekommen, um sich typisieren und anschließend in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen.

Einer von ihnen ist Patrick Herrmann. „Die Aktion von Borussia ist perfekt. Von alleine kommt man häufig nicht auf diese Idee. Es ist eine Superaktion, und in zwei drei Minuten ist alles vorbei“, sagt er. Auch Martin Stranzl gehört zu den ersten Spendern. „Es ist eine einfache Sache, mit der man vielleicht leidenden Menschen helfen kann“, sagt er. Seine Tochter ist in der sogenannten Nabelschnurblutbank registriert, in der auch die für eine Transplantation notwendigen Stammzellen gefunden werden können. „Gesundheit ist das Allerwichtigste. Deshalb kann man für eine solche Aktion gar nicht genug Öffentlichkeitsarbeit betreiben“, sagt Filip Daems.

Und auch für Torhüter Marc-André ter Stegen ist es selbstverständlich, dass er mitmacht: „Es ist eine gute Aktion, die nichts mit Fußball zu tun hat, sondern eine Sache der Einstellung ist.“

Borussia hat sich schon 2005 an einer Typisierungsaktion beteiligt. Der damalige Borussen-Profi Peer Kluge ließ sich registrieren, spendete Stammzellen und schenkte damit einem Patienten die Chance auf ein neues Leben.

Die Registrierung in der DKMS dauert nur wenige Minuten und ist ganz einfach. Mit einem Wattestäbchen wird im Mund ein Abstrich an der Schleimhaut der Wange gemacht. Der Spender spürt davon nichts. „Typisieren lassen können sich alle zwischen 18 und 55 Jahren, die nicht an chronischen Erkrankungen leiden oder ständig Medikamente einnehmen müssen“, sagt Lisa Karstens vom DKMS.

In Deutschland erhält alle 16 Minuten ein Patient die Diagnose „Blutkrebs“. Für viele von ihnen ist die Transplantation von Stammzellen die einzige Chance zu überleben. Nur rund 30 Prozent dieser Patienten finden einen Spender innerhalb der Familie. Deshalb ist die DKMS so wichtig.

Falls es zu einer Stammzellenentnahme kommt, erfolgt diese ambulant und ohne Operation. In 80 Prozent der Fälle wird die sogenannte periphere Stammzellenentnahme angewendet. Dabei wird dem Spender an beiden Armen ein venöser Zugang gelegt. Die Arme werden mit einem Gerät verbunden.

Ein kleiner Teil des Blutes, welches die für den Patienten wichtigen Zellen beinhaltet, wird gesammelt. Nach rund sechs Stunden kann der Spender dann einfach nach Hause gehen. Eine Operation ist nicht notwendig.

Beim Heimspiel gegen Schalke können auch die Borussenfans helfen. Sie können ihre leeren Getränkebecher für die DKMS spenden und sich von 12.30 Uhr bis zum Anstoß der Partie um 15.30 Uhr in einem Zelt registrieren lassen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung