Borussia Mönchengladbach: Borussia beginnt furios, lässt dann nach

Borussia Mönchengladbach : Borussia beginnt furios, lässt dann nach

Berlin. Borussia Mönchengladbach hat am zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga den dritten Auswärtserfolg in Folge einfahren können. Die Elf vom Niederrhein siegte bei Hertha BSC mit 4:2 (3:1). Die Gladbacher Treffer im Berliner Olympiastadion erzielten Stindl, Hazard und Raffael (2).

Für Die Hertha waren Ibisevic und Weiser erfolgreich. Mit diesem Erfolg klettert Gladbach vor dem kommenden Heim-Duell gegen Bayern München zurück auf einen Europapokalplatz.

Der Moment des Spiels: In der 90. Spielminute betritt Borussias Stürmer Josip Drmic den Rasen im Berliner Olympiastadion. Für den Schweizer ein ganz besonderer Moment, denn es ist nach sieben Monaten Leidenszeit seine Rückkehr auf die große Bühne Bundesliga. Drmic hatte mit den Folgen eines traumatischen Knorpelschadens samt Rückfall plus OP im rechten Knie gekämpft und sich zurück in Borussias Kader gekämpft.

Der Spieler des Spiels: Raffael hat es allen Kritikern gezeigt. Borussias Brasilianer zaubert in Berlin den Ball gleich zwei Mal ins gegnerische Gehäuse, ist mit einem Doppelpack der Matchwinner für die Fohlen-Elf. „Ich habe ja gesagt, dass sich niemand um mich Sorgen machen muss“, so der 32-jährige Offensiv-Star, der in den vergangenen Wochen wiederholt unglücklich im gegnerischen Strafraum agiert hatte.

Die Aufreger des Spiels: Davon gab es gleich zwei mit Beteiligung des Videoassistenten. Zunächst blockt Berlins Rekik einen Schuss von Stindl im eigenen Strafraum mit dem Arm ab. Das bekommen allerdings nur wenige Beobachter im Olympiastadion mit. Der Videoschiedsrichter ist allerdings auf der Höhe. Folge: Berechtigter Handelfmeter für Borussia, den Hazard auch verwandelt.

In der zweiten Halbzeit beschäftigt erneut das Thema Handspiel die Unparteiischen. In diesem Fall soll Herthas Kalou den Arm zur Hilfe genommen, um Weiser vor dessen Anschlusstreffer zum 2:3 in Szene setzen zu können. Doch die Prüfung ergibt: Reguläres Tor, kein Handspiel von Kalou.

Chronik des Spiels: Borussia beginnt furios. Jeder Schuss ein Treffer. Zakaria startet mit einem tollen Solo-Lauf, Doppelpass mit Stindl, Ablage auf Stindl, der Nationalspieler vollendet. 1:0 für Gladbach. Kurz darauf erneut Stindl, der abzieht — und Herthas Rekik blockt im eigenen Strafraum die Kugel mit dem Arm ab. Schiedsrichter Dankert gibt Strafstoß. Sky-TV-Experte Markus Merk: „Klares Handspiel.“ Hazard tritt an und vollstreckt zum 2:0. Erneut Borussia: Hertha verteidigt einen Wendt-Hereingabe nicht gut, der Ball kommt zu Raffael. Der zaubert schon bei der Annahme, ehe die Kugel mit fast 100 Stundenkilometern aus der Distanz zum 3:0 in die Maschen wuchtet.

Die Borussia lässt aber nach. Rächt sich. Ibisevic bringt die Berliner mit seinem Abstauber zum 1:3 zurück, köpft kurz darauf noch an den Außenpfosten. Halbzeit. Gladbach wieder wach, spielt die Konter aber nicht gut aus. Plötzlich ist der Ball hinten erneut drin. Weisers Schuss aus spitzem Winkel klatscht vom Innenpfosten rein. Nun aber übernimmt Raffael wieder das Ruder, tanzt nach Herrmann-Zuspiel durch die Hertha-Abwehr und verpasst den Berlinern mit dem 4:2 den Todesstoß. Stimmen zum Spiel.

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): Wir haben auswärts 4:2 gewonnen. Vieles war gut. In der Phase vor dem 1:3 waren wir aber ein bisschen passiv, haben zu viele Hereingaben und zu viele Standards gegen uns zugelassen, die gefährlich waren. Da war es fast logisch, dass der Anschlusstreffer fällt. In der zweiten Halbzeit haben wir es verpasst, aus unserer spielerischen Überlegenheit das vierte Tor zu machen. Nach dem 2:3 hat es dann noch mal gewackelt. Gott sei Dank hat die Mannschaft dann noch mal eine Idee gehabt und das vierte Tor super herausgespielt.

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): Das Spiel hat bitter für uns begonnen. Die ersten drei Schüsse des Gegners waren alle drin. Das erste Tor hätten wir vielleicht besser verteidigen können, das zweite Tor war ein Elfmeter und das dritte ein unglaublicher Fernschuss. So lagen wir auf einmal mit 0:3 zurück. Doch meine Mannschaft hat das geschluckt und sich noch vor der Pause mit dem 1:3 zurückgemeldet. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben nie aufgesteckt und hatten genug Torchancen, um den Ausgleich zu erzwingen.