Barça statt Borussia: ter Stegen geht

Barça statt Borussia: ter Stegen geht

Gladbachs Torwart verkündet, seinen Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Mönchengladbach. Die Miene von Sportdirektor Max Eberl war trüb. So trübe wie das Wetter an der Hennes-Weisweiler-Allee am Montagnachmittag zum Trainingsauftakt des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Kameras waren auf Eberl gerichtet, die Diktiergeräte unter der Nase des Managers des Bundesliga-Tabellendritten waren gestartet. Dann legte er los. „Die Stimmung hier ist wie der Himmel über Gladbach“, sagte Eberl. „Marc-André ter Stegen hat uns mitgeteilt, dass er seinen bis 2015 laufenden Vertrag bei uns nicht verlängern wird. Er nimmt unser Angebot nicht an. Also werden wir uns im Sommer einen neuen Torwart suchen müssen.“

Kandidaten: Oliver Baumann (Freiburg) und ... Foto: Bernd Thissen

Damit ist klar: Die Zeichen stehen auf Abschied. Borussia Mönchengladbach wird schon zum Ende dieser Saison einen starken Torwart verlieren — und ein echtes Eigengewächs dazu. Alles spricht dafür, dass der 21-Jährige seine Laufbahn beim Renommier-Club FC Barcelona fortsetzen wird und dort Victor Valdes ersetzt. Eine verlockende Adresse zweifellos und eine große Herausforderung. An die Gladbacher Führungsspitze ist zwar noch kein ausländischer Verein offiziell herangetreten, aber Max Eberl ist ziemlich sicher: „Wir vermuten auch, dass es der Verein ist, von dem ständig in diesem Zusammenhang die Rede ist.“ Barcelona also. Ganz nebenbei dürften die Gladbacher im Sommer um etwa acht bis zehn Millionen Euro reicher werden.

... Yann Sommer (Basel). Foto: INA FASSBENDER

Die erste Trainingseinheit am Montag vor 500 Zuschauern geriet so zur Nebensache. Und dann erschien mit durchgeschwitzter Trainingsjacke auch der Hauptdarsteller. „Ich habe lange nachgedacht, und die Entscheidung, das Angebot der Borussia nicht anzunehmen, ist mir nicht leicht gefallen“, sagte ter Stegen. Seine Stimme stockte, die Augen wurden feucht. „Aber ich bin sicher, dass mich die Fans verstehen werden. Ich habe dem Verein viel zu verdanken.“ Darüber hinaus verlor er kein weiteres Wort über seine Zukunft: „Wir werden sehen.“

Dann bahnte er sich seinen Weg durch eine große Schar freundlich gesonnener Autogrammjäger. „Marc-André ist ein Idol. Es ist schade, aber so ist doch das Geschäft. Wir werden eine gute Lösung finden“, sagt Eberl. Offenbar besteht Interesse an dem Freiburger Torwart Oliver Baumann, auch der Schweizer Schlussmann des FC Basel, Yann Sommer, soll das Interesse von Eberl und Trainer Lucien Favre geweckt haben. Am Donnerstag geht es ins einwöchige Trainingslager nach Belek. Dort ist wenigstens das Wetter besser als am Niederrhein. An der Riviera scheint bei 17 Grad die Sonne.

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