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Bourssia Mönchengladbach: Auf den Sieg in Glasgow folgt Ernüchterung

Bourssia Mönchengladbach : Auf den Sieg in Glasgow folgt Ernüchterung

Mönchengladbach. Nach der rauschenden Champions-League-Nacht von Glasgow folgt für Borussia Mönchengladbach drei Tage später in der Fußball-Bundesliga die Ernüchterung. Die Mannschaft von Trainer André Schubert verliert beim Rekordmeister Bayern München nahezu chancenlos mit 0:2 (0:2).

Bereits zur Halbzeit ist der Klassiker durch die Treffer von Vidal und Douglas Costa zu Gunsten der Münchner entschieden. Durch diese Niederlage sind die Fohlen erstmals in der Ära Schubert nunmehr drei Liga-Spiele in Folge sieglos, haben zudem drei Mal keinen eigenen Treffer erzielen können. Borussia musste allerdings auch in der Bayern-Arena ohne die verletzten Profis Raffael, Hazard, Traoré und Christensen auflaufen.

Der (unfairste) Moment des Spiels: Douglas Costa ist ohne Frage ein hochbegabter Profi in den Reihen des FC Bayern. Der gegen Borussia auch einen wichtigen Treffer zur frühen Entscheidung für das Star-Ensemble von der Isar beisteuern konnte. Was der Brasilianer im Anschluss allerdings veranstaltete, hat sicherlich nichts mit dem Fairplay-Gedanken zu tun. Eher etwas von Gegner verhohnepiepeln. Die Details: Nach seinem Treffer rennt der Bayern-Profi — vermutlich unbedacht — zur Tribüne, wo er sich von einem Mann mit rotem Costa-Schal ein Smartphone reichen lässt — um dann aufreizend grinsend ein Selfie zu schießen. Costa streckt dabei die Zunge heraus. Wenige Augenblicke später gibt er das mobile Telefon wieder an den Fan zurück, schickt noch ein Kuss-Händchen hinterher. Sky-Experte Heribert Bruchhagen kommentiert die Aktion nach Spielende so: „Das ist einfach nur peinlich gewesen.“ Bayerns Weltmeister und Abwehrchef Mats Hummels sagt: „Was soll ich dazu sagen? Für mich wäre das absolut nichts.“ Bleibt zu hoffen, dass diese Aktion keine Nachahmer findet. Weder im Profi- noch im Amateur-Bereich.

Bleibt auch die Frage, warum Trikot-Ausziehen als Torjubel vom DFB (samt Schiedsrichtern) a priori und gnadenlos mit einer gelben Karte sanktioniert wird — Selfie schießen mit Fans als Torjubel jedoch nicht.

Der Spieler des Spiels: Eine Auszeichnung, für die sich aufgrund des schlappen Auftritts kein Fohlen empfehlen kann. Vielmehr Bayern-Kämpfer Arturo Vidal. Der Chilene bringt den Rekordmeister mit einem sehenswerten Kopfballtreffer in Führung, ist zudem im Mittelfeld sehr präsent und dank seiner Aggressivität in diesem Duell eine Bank in Sachen Zweikämpfe.

Der Aufreger des Spiels: Es läuft die 51. Spielminute, als Schiedsrichter Jochen Drees auf Elfmeter für den FC Bayern hätte entscheiden müssen. Was ist geschehen? Borussias Verteidiger Vestergaard trifft im Zweikampf mit Lewandowski eindeutig dessen Standbein, so dass dieser zu Fall kommt. Drees hatte jedoch die Regelwidrigkeit übersehen und weiterspielen lassen. Sky-Schiedsrichter-Experte Markus Merk: „Klarer Strafstoß.“

Chronik des Spiels: Die lässt sich, da die Partie so einseitig gewesen ist, in wenigen Sätzen zusammenfassen. Bayern gewinnt durch die Treffer von Vidal und Douglas Costa souverän. Borussia ist zu keiner Phase des Spiels ebenbürtig, hat insgesamt nur zwei Torchancen (Johnson, Hahn). Dass das Ergebnis nicht höher ausfiel, ist der Tatsache geschuldet, dass die Bayern in der ersten Halbzeit gegen in allen Belangen überforderte Borussen noch zig weitere Chancen (Robben, Rafinha, Lewandowski) ungenutzt lassen, zudem im zweiten Durchgang in den Kräfte-Sparen-Modus schalten und das Ergebnis nur noch verwalten. Borussia muss dem kräftezehrenden Spiel zuvor bei Celtic Glasgow in der Champions League sichtlich Tribut zahlen.

Stimmen zum Spiel:

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Die Bayern haben uns vor allem in der ersten Hälfte klar dominiert. Wir waren körperlich und gedanklich nicht in der Lage, uns dagegenzustellen und waren auch nicht aggressiv genug. In der zweiten Hälfte lief es besser, die Bayern haben uns aber auch gelassen. Um in München etwas mitnehmen zu können, müssen wir an die Leistungsgrenze gehen — und das ist uns diesmal nicht möglich gewesen. Uns hat die Frische gefehlt.“

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): „Die Mannschaft wusste genau, was sie besser machen musste im Vergleich zum Spiel in Frankfurt. Sie hatte eine gute Kontrolle über das Spiel und vielleicht die bisher beste erste Halbzeit der Saison gespielt. Die zweite Hälfte war nicht mehr ganz so stark.“