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Borussia Mönchengladbach: Analyse: Die Borussia stoppt den freien Fall

Borussia Mönchengladbach : Analyse: Die Borussia stoppt den freien Fall

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat den freien Fall in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Der 1:0-Erfolg gegen den FSV Mainz 05 am 14. Spieltag ist der erste Dreier nach zuvor acht sieglosen Spielen in Serie.

Schütze des entscheidenden Tores ist auf Gladbacher Seite der dänische Verteidiger Andreas Christensen gewesen. Die Borussia, die in der K.o.-Runde der Europa League im Februar 2017 auf den AC Florenz treffen wird, hat am Samstag eine weitere schwere Hürde vor der Brust. Es geht zum FC Augsburg, wo man in den jüngsten Duellen im Oberhaus noch nicht hat gewinnen können.

Der Moment des Spiels: Es laufen die allerletzten Minuten des Duells zwischen Gladbach und Mainz. Trainer André Schubert wechselt noch einmal aus, bringt Stürmer Josip Drmic. Als dieser den Rasen betritt, brandet tosender Applaus auf. Drmic wird von den Fans herzlich empfangen, schließlich hat dieser eine schlimmer Leidenszeit (Knorpelschaden im Knie) hinter sich. Als dann das Spiel beendet ist, kostet Drmic die wenigen Augenblicke aus. Für ihn sind das besondere Momente gewesen. „Ein super Gefühl“, sagt er. „Ich bin sehr glücklich. Nach fast neun Monaten habe ich wieder auf dem Feld gestanden.“ Der Schweizer Nationalspieler wirkt sichtlich erleichtert, als er ergänzt: „Auch wenn ich nicht lange gespielt habe, aber dieses ganze Drum und Dran, ein Pflichtspiel, die Fans, der Rasen - das tut gut. Das ist wie eine Vitaminspritze für mich.“

Der Spieler des Spiels: Noch in der Halbzeit hatte Borussias Verteidiger Andreas Christensen große Probleme. „Ihm war schlecht“, so Trainer Schubert. Christensen musste sich in der Kabine übergeben, spielte allerdings weiter. Um dann in 76. Spielminute der Spieler zu sein, der das entscheidende Tor gegen Mainz zum 1:0 erzielt und Borussia so ersten Sieg nach einer Acht-Spiele-Durststrecke garantierte. So jemand darf sich zurecht als Matchwinner feiern lassen.

Der Aufreger des Spiels: Zwei Mal entschied Schiedsrichter Robert Hartmann in äußerst brenzligen Situationen gegen die Gäste aus Mainz. Und trug so seinen Teil dazu bei, dass Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga wieder jubeln darf. So in der 28. Spielminute, als nach einer Ecke Bussmann zum Kopfball kam und Gladbachs Strobl den Ball noch abwehrte. Allerdings zeigten die TV-Bilder: Strobls Hand war auch im Spiel. Kein Elfer, so das Urteil des Unparteiischen. Der die Mainzer Gemüter endgültig zur Weißglut brachte, als er in der 88. Spielminute De Blasis Abstauber-Treffer die Anerkennung verweigerte. Fohlen-Schlussmann Sommer soll, nach einer zuvor unglücklichen Abwehr, in dieser Aktion zuerst mit der Hand auf dem Ball gewesen sein. De Blasis „Abstauber“ wurde so als Regelwidrigkeit für Glück Gladbach gewertet. Fassungslosigkeit bei den Mainzern.

Chronik des Spiels: Borussia tut sich gegen defensiv gut organisierte Gäste von Beginn an schwer. Die Mainzer gehen mit Schmackes zur Sache, was gleich mal VfL-Verteidiger Tony Jantschke zu spüren bekommt. Der bleibt nach einem Kopf-Tritt von Samperio benommen liegen. Gladbach antwortet. Hahn zieht aus vollem Lauf ab, doch der Ball zischt weiter über das Tor. Gegenzug Mainz. Christensen verschätzt sich leicht, muss so ins Laufduell mit Onisiwo, kann jedoch in letzter Sekunde per Grätsche klären. Das war eng. Die Fohlen drängen weiter auf die Führung, entwickeln allerdings kaum Torgefahr. Und dann hat Borussia Glück, dass Schiedsrichter Robert Hartmann ein Handspiel von Tobias Strobl nach einem Kopfball des Mainzers Bussmann übersieht. Sky-Schiedsrichter-Experte Markus Merk: „Eine zunächst sehr unübersichtliche Situation. Aber da hätte man wohl auf Handelfmeter entscheiden können. Strobl spielt in der zweiten Szene den Ball mit dem Oberarm absichtlich weg.“ Pause. Pfiffe von den 48037 Zuschauern.

Zum Auftakt von Durchgang zwei kommen die Fohlen mit mehr Zug zum Tor daher. Konter über Raffael, Stindl läuft mit, das könnte die Führung sein, doch Raffael zögert zu lange und verstolpert die Führungs-Chance. Noch mal Borussia. Wendt zieht mit links ab, Lössl packt aber sicher zu. Und Mainz? Distanzschuss durch Onisiwo, Keeper Sommer ist wach. Dann jubelt plötzlich der Fohlen-Stall. Ecke, Stindl kommt an den Ball, trifft die Kugel nicht richtig, Christensen staubt ab, 1:0. Borussia in Führung, muss aber weiter zittern. Kurz vor Schluss Tohuwabohu im Strafraum. Die Gladbacher bekommen den Ball nicht weg, Schuss, Sommer wehrt nicht gut ab, De Blasis stochert den Ball rein, jubelt. Doch Schiedsrichter Hartmann gibt das Tor nicht. Er will einen Regelverstoß erkannt haben. Noch einmal Borussia, Dahoud läuft alleine auf das Tor zu, aber vergibt diese Torchance ganz kläglich. Aus, vorbei. Die glücklichen Fohlen dürfen jubeln.

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „In den zurückliegenden Heimspielen haben wir uns viel mehr klare Torchancen herausgespielt und hätten den Sieg mehr verdient gehabt. Aber so ist das manchmal im Fußball. Es ging nicht darum, ein besonders schönes Fußballspiel zu machen oder fußballerisch zu brillieren. Es ging für uns darum, mit allem, was wir haben, zu verteidigen, die Negativserie zu beenden und das Spiel einfach zu gewinnen. Es gab im ganzen Spiel wenige Torchancen, dennoch haben wir den Sieg erzwungen und hatten das notwendige Quäntchen Glück auf unserer Seite. Wir sind glücklich, dass wir dieses Spiel für uns entscheiden konnten. Es ist ein wichtiger Sieg für uns.“

Martin Schmidt (Trainer Mainz 05): „Wir hatten in der ersten Hälfte über weite Strecken mehr vom Spiel und waren auch einen Tick gefährlicher. Im Strafraum haben wir jedoch zu wenig daraus gemacht. Nach dem Wechsel wollten wir etwas mehr machen, was uns auch bis zur 60. Minute auch gelungen ist. Mit zwei leichten Fehlern im Spielaufbau haben wir den Gegner dann wieder aufgebaut. Trotzdem hatten wir danach eigentlich wieder alles im Griff, ehe wir durch eine Standardsituation in Rückstand geraten sind. Wir haben gut reagiert und hatten zwei, drei Aktionen und hätten den Ausgleich auch verdient gehabt. Aber leider ist es anders ausgegangen.“