DFB-Generalsekretär Sandrock zufrieden mit 3. Liga

DFB-Generalsekretär Sandrock zufrieden mit 3. Liga

Leipzig (dpa) - Sechs Punkte trennen Drittliga-Meister SV Sandhausen vom Tabellenvierten 1. FC Heidenheim. Der Spitzenreiter bringt es auf 66 Punkte, die Verfolger VfR Aalen (64) und Jahn Regensburg (61) sind knapp dahinter.

Als Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist Helmut Sandrock für den Spielbetrieb verantwortlich - und freut sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa über die Ausgeglichenheit der Liga.

Sandhausen und Aalen als direkte Aufsteiger in die 2. Bundesliga, Regensburg in der Relegation: Hätten Sie diesen Einlauf vor der Saison erwartet?

Helmut Sandrock: „Ich habe bereits vor der Saison darauf hingewiesen, dass wir eine sehr ausgeglichene Spielzeit erwarten und sich erst nach einem Drittel der Spielzeit die Favoriten herauskristallisieren werden. So ist es gekommen. Die Vereine in der 3. Liga stehen in einem engen Konkurrenzkampf miteinander. Der Attraktivität unserer Spielklasse tut diese Entwicklung gut. Dazu haben auch die drei Aufsteiger beigetragen, die sich sportlich etablieren konnten. Dass Chemnitz dank einer tollen Rückrunde sogar in den Kampf um den Relegationsplatz eingreift, war so sicherlich nicht zu erwarten.“

Wie schon oft in den vergangenen Jahren hatten auch diese Saison die Zweitliga-Absteiger große Probleme in der 3. Liga. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Sandrock: „Ein Abstieg bringt immer - auch vor dem Hintergrund der im Vergleich zur 2. Bundesliga unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen - personelle Veränderungen mit sich, sei es im Management, auf der Trainerbank oder im Spielerkader. Dann benötigt man Zeit, um wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Ein Abstieg stellt die Vereine immer vor große Herausforderungen.“

Ein großes Problem der 3. Liga war bislang stets die Wirtschaftlichkeit verschiedener Vereine. In dieser Saison gibt es bislang keinen Absteiger aus finanziellen Gründen, auch wenn in Babelsberg, Bielefeld, Osnabrück oder Unterhaching gezittert wird. Haben die neuen Lizenzierungsrichtlinien, die seit dieser Saison gelten, gegriffen?

Sandrock: „Wir haben festgestellt, dass sich die Quote für Personalaufwendungen, gemessen am Gesamtaufwand, auf inzwischen deutlich unter 50 Prozent reduziert hat - Tendenz weiter abnehmend. Der Vergleich der Ausgaben für die Nachwuchsarbeit belegt, dass sich die Vereine der 3. Liga prozentual gesehen auf einem Level mit den Bundesligen bewegen. Dies erklärt sich dadurch, dass die Absteiger aus der 2. Liga ihre Nachwuchsleistungszentren in der 3. Liga meist weiterführen, andere Vereine ein Nachwuchsleistungszentrum freiwillig neu einführen. Unser Zulassungsverfahren hat sich bewährt, auch wenn selbst eine noch so strenge Kontrolle und vorausschauende Planung der Vereine niemals eine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten können, dass kein Verein in finanzielle Schieflage gerät.“