Fußball: Hält der Burgfrieden bei den Bayern?

Fußball: Hält der Burgfrieden bei den Bayern?

Der Streit zwischen Präsident und Trainer drängt das Sportliche kurz in den Hintergrund.

Cluj. Burgfrieden oder echte Versöhnung? Kurz nach der Ankunft im Mannschaftshotel in Cluj wollte Louis van Gaal noch nicht über eine Einigung mit Uli Hoeneß sprechen, wenige Stunden später wurde der Streit "offiziell" für beendet erklärt. Das von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "zeitnah" angekündigte Schlichtungsgespräch hatte stattgefunden.

"Am Ende des Gespräches gaben sich Uli Hoeneß und Louis van Gaal die Hand und vereinbarten, auch künftig verantwortungsvoll zum Wohl des FCBayern München zusammenzuarbeiten", hieß es in einer seidenweichen Erklärung des Klubs.

Stunden zuvor hatte van Gaal bei der Abschlusspressekonferenz im Team-Hotel noch die kritischen Hoeneß-Worte gekontert. "Ich bin sehr erstaunt, dass ein Präsident von einem Verein wie dem FC Bayern München in dieser schwierigen Phase mit neun verletzten Spielern das sagt in diesem Moment", erklärte der Coach.

"Es ist schwierig, mit ihm zu reden. Weil er anderer Leute Meinung nicht akzeptiert. Ein Fußball-Verein darf heute keine Ein-Man-Show mehr sein", hatte Hoeneß zuvor vor laufenden Kameras erzählt.

Erst vor wenigen Wochen beim Auswärtsspiel in Basel hatten die Bayern den Vertrag mit van Gaal bis 2012 verlängert. Vor dem zweiten Spiel der Gruppenphase in der Fremde fühlten sich die beiden Fußball-Fachmänner mit dem großen Ego in ihrer Ehre gekränkt. Aber eingelenkt wurde dann trotzdem. Wie nachhaltig die verkündete Versöhnung ist, bleibt abzuwarten.

Wenn das Miteinander Bestand hat, können sich die in der Liga wieder auf Kurs gekommenen München nun auf ihr sportliches Ziel in der Champions League konzentrieren. Denn in Cluj (20.45 Uhr/ Sat.1) soll trotz Rumpfkader der vorzeitige Einzug in das Achtelfinale perfekt gemacht werden. Der Auftritt des personell arg gebeutelten Teams war angesichts des Streits der Schwergewichte fast zur Nebensache geraten.

Der Streit war in der Mannschaft ein Thema. "Es wäre gelogen, zu sagen, dass nicht darüber gesprochen wurde. Aber als Spieler darf man an so was auf dem Platz nicht denken", betonte Kapitän-Ersatz Philipp Lahm. Torhüter Hans-Jörg Butt sagte realistisch: "Natürlich beschäftigt uns das, aber wenn es uns gelingt, den Einzug in das Achtelfinale klar zu machen und in der Liga drei Punkte zu holen, wird sich auch das andere beruhigen."