Fußball: Die mutige Schalker Verjüngungskur

Fußball: Die mutige Schalker Verjüngungskur

Magath zählt auf junge Spieler wie Moritz, Kenia und Zambrano – auch in Hoffenheim.

Gelsenkirchen. Als sich die Schalker Profis Donnerstag Nachmittag per Bahn auf den Weg nach Mannheim machten, waren Christoph Moritz und Levan Kenia wie selbstverständlich mit dabei. Die 19 und 18 Jahre alten Spieler der Westfalen sind die Überraschungen der von Medizinball-Trainer Felix Magath verwalteten Mannschaft, die Freitag Abend zum Bundesligaspiel bei 1899 Hoffenheim antreten muss.

Dabei ist das jugendliche Alter der beiden Talente nur ein Teil dieser besonderen Entwicklung in Gelsenkirchen. Zudem haben Christoph Moritz und Levan Kenia bereits großen Anteil daran, dass sich nach zwei Bundesligasiegen die Sorgen über die Zukunft rund um den Schalker Markt deutlich verringert haben und sogar Optimismus erlaubt ist. "Schalker Jugend forscht" könnte das Projekt von Felix Magath genannt werden, deren derzeit bekannteste Nachwuchs-Gelehrte die Mittelfeldspieler Moritz und Kenia sind. Und auch Verteidiger Carlos Zambrano (20) und Offensivspieler Lewis Holtby (18) gehören zu diesem speziellen Zirkel, der den zuletzt müden Schalkern neue Energie verleiht.

"Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich auf allen meinen Stationen junge Spieler geholt habe", sagt Magath. In Stuttgart förderte er einst Kevin Kuranyi. Beim FC Bayern Christian Lell. Im Wolfsburg Marcel Schäfer und Edin Dzeko. Speziell in Schalke haben ihn aber vor allem fundamentale Probleme zu diesem Schritt gezwungen. "Das war nicht geplant. Aber wir hatten auf der einen oder anderen Position nicht die Qualität", sagt der Schalker Trainer. Der teure Routinier Levan Kobiashvili steht seit dem zweiten Bundesliga-Spieltag nicht mal mehr im Teamkader. Magath hat den längst überfälligen Umbruch eingeleitet, ist sich aber bewusst, dass allein Talente nicht ausreichen: "Man darf nicht zuviel von ihnen erwarten."

Die Euphorie-Welle, auf der die Spieler derzeit gleiten, kann schnell zu einer emotionalen Talfahrt abebben. Speziell Christoph Moritz, vor ein paar Wochen noch A-Jugendlicher bei Alemannia Aachen und ablösefrei zum FC Schalke 04 gewechselt, spürt bereits erste körperliche Defizite. "Nach dem Medizinball-Training bei Herrn Magath stand ich kurz vorm Exitus. Ich hatte einen gewaltigen Muskelkater", gab der 19-Jährige zu Protokoll. Bis zum Spiel in Hoffenheim werden die jungen Spieler die Schmerzen aber wieder vergessen haben. Noch bestimmt die neue Schalker Euphorie das Handeln.