Fußball: Bochums „Unabsteigbare“ siegen nicht mehr

Fußball: Bochums „Unabsteigbare“ siegen nicht mehr

Abstiegskampf: Nach dem 0:2 in Köln und dem 2:1 von Freiburg spitzt sich die Lage zu.

Köln. Neun Spiele nicht gewonnen, es wird ganz eng für die "Unabsteigbaren". Aber Trainer und Manager blickten nach dem 0:2 (0:1) beim 1. FC Köln trotzig optimistisch auf die verbleibenden Begegnungen. "Meines Wissens gibt es kein Gesetz, wonach der VfB Stuttgart in Bochum gewinnen muss", sagte Bochums Trainer Heiko Herrlich (Foto).

Sport-Vorstand Thomas Ernst, der sich mächtig aufregte über den fehlenden Widerstand des VfL in Köln, sagte: "Das ist natürlich keine einfache Situation, aber wir sind noch nicht abgestiegen, mit Sicherheit nicht. Vielleicht liegt unsere Chance in den verbleibenden Spielen darin, dass wir nach Meinung vieler Leute keine haben." Herrlich versuchte, den Druck von seinen Profis zu nehmen: "Ich mache meinen Spielern keinen Vorwurf. Die kennen die Situation, die kennen die Tabelle, die haben Druck genug. Aber ganz klar, es geht um die Existenz eines jeden Einzelnen, es geht um die Existenz des Vereins."

Noch bleiben drei Chancen. "Jetzt müssen wir schleunigst sehen, dass wir die Kurve kriegen", forderte Verteidiger Philipp Bönig. Am Freitag kommt der VfBStuttgart als bestes Bundesliga-Team 2010 ins Revier, dann tritt der VfL die Reise zu Titelaspirant Bayern München an, und am 8. Mai droht an der Castroper Straße ein "Endspiel" gegen Hannover 96. "Das Wasser steht uns bis zum Hals", musste Ernst angesichts dieser Ausgangslage eingestehen. "Das Spiel gegen Hannover wird ein echtes Finale, davon gehe ich aus."

Der 1. FC Nürnberg ist 14., Bochum 15., der SC Freiburg 16., alle haben 28 Punkte und einen mehr als Hannover auf Rang 17, die VfL-Profis haben es noch selbst in der Hand. Herrlich verteidigte seine Mannschaft trotz enttäuschender Vorstellung in Köln: "Das sind ja keine Maschinen, das sind Menschen. Wir müssen uns darauf besinnen, was uns stark gemacht hat." Kaum einer kann sich noch daran erinnern, als es achtmal nacheinander keine Niederlage gab und ein komfortabler Neun-Punkte-Abstand nach unten in der Zwischenbilanz stand. Herrlich steht in Bochum jedenfalls nicht zur Disposition. Unmittelbar nach dem Desaster von Köln stellte Ernst klar, dass der 38 Jahre alte Trainer-Novize Herrlich auch bei einem Abstieg bleiben soll. Auch Mirko Slomka muss nach der höchsten Niederlage seit 24 Jahren nicht um seinen Trainerjob fürchten. Hannover 96 schloss als Konsequenz aus dem desaströsen 0:7 beim FC Bayern München einen erneuten Trainerwechsel aus. "Herr Slomka hat einen Vertrag, den werden wir erfüllen", kündigte Klubchef Martin Kind an. "Ich gehe davon aus, dass wir in der Bundesliga bleiben." Freiburgs Trainer Robin Dutt blieb nach dem 2:1 über Nürnberg auf dem Teppich: "Unsere Ausgelassenheit hat sich auf drei, vier Minuten nach dem Schlusspfiff beschränkt. Mehr Zeit zum Feiern haben wir nicht."