Fußball: Bayer-Sportchef Rudi Völler redet nach 1:1 Klartext

Fußball: Bayer-Sportchef Rudi Völler redet nach 1:1 Klartext

Nur ein Punkt gegen Eintracht Frankfurt. Bruno Labbadia sucht den Ausweg aus der Krise.

Düsseldorf. Der Mann drückt sich nie um klare Worte herum. "Es wird schwer, das internationale Geschäft noch zu erreichen", sagt Rudi Völler. "Ich will nicht sagen, dass ich ratlos bin, aber die Unsicherheit der Spieler macht mir große Sorgen. Von uns traut sich keiner mehr etwas zu."

Der Bayer-Sportdirektor wirkt nachdenklich nach dem enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen die abstiegsbedrohte Eintracht aus Frankfurt. Aber für Völler gibt es nichts schönzureden: "Das war ein Fehlpassfestival, ein schwaches Bundesligaspiel." In dem die Mannschaft von Friedhelm Funkel dem Sieg viel näher war als die völlig verunsicherte Truppe von Bruno Labbadia.

Der Trainer von Bayer Leverkusen nimmt sich nach dem Spiel viel Zeit, auch, um selbst mehr Klarheit darüber zu gewinnen, warum seine Mannschaft nach 13 Spielen Spitzenreiter und vor dem 26.Spieltag im Niemandsland der Liga zu versinken droht. "Es sind Kleinigkeiten, die fehlen", sagt Labbadia. Obwohl er weiß, dass sich diese Kleinigkeiten inzwischen zum Problem aufgehäuft haben, das nicht mehr einfach wegzuschieben ist.

"Ich suche nicht nach Ausreden, wir werden weiterarbeiten wie bisher." Der Trainer versucht, sich Mut zu machen. Sowohl Rudi Völler als auch Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dementieren jede Trainerdiskussion in Leverkusen. "Wir werden reden, aber intern", sagt der Sportchef. Hatte sich die Mannschaft gegen den VfL Bochum noch ein Dutzend klarste Chancen herausgearbeitet, musste sie gegen die Eintracht über das Unentschieden fast froh sein.

Dass Michal Kadlec (40.) die Führung von Alexander Meier (16.) ausgleichen konnte, war dem Zufall geschuldet. Stefan Kießling und vor allem Patrick Helmes sind weit von ihrer Bestform entfernt. "Ich hoffe, dass Helmes im letzten Drittel der Saison nochmal die Kurve kriegt", sagt Völler. "Das geht aber nicht mit Handauflegen", meint Labbadia. Zufrieden war allein Friedhelm Funkel: "Im Hinspiel war Bayer haushoch überlegen, heute war für uns sogar ein Dreier möglich."

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