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Weniger Geld, aber die besseren Fans

Weniger Geld, aber die besseren Fans

Im Duell mit Wolfsburg haben die Pinguine einen wichtigen Vorteil. Ab Mittwoch geht es um das Ticket für das Viertelfinale.

Krefeld. Am Mittwochabend wird sich im Pre-Play-off-Duell zwischen den Krefeld Pinguinen und den Grizzly Adams Wolfsburg die Frage klären, wer mit dem großen Vorteil eines ersten Sieges in die kurze Serie startet. Im Duell Siebter gegen Zehnter wird es auf Kleinigkeiten ankommen, die am Ende den Unterschied ausmachen könnten, im Kampf um das Viertelfinal-Ticket. Lesen Sie den Vergleich beider DEL-Clubs — von den Trainern, über die Topscorer bis hin zu Fans und Finanzen.

Rick Adduono und Pavel Gross gelten beide als akribische Arbeiter und Spielvorbereiter. Bisweilen wird beiden sogar unterstellt, exzentrisch zu sein. Gross kann an der Bande aus der Haut fahren, wenn sein Team nicht das umsetzt, was er verlangt. Zuletzt war dies auch für alle Zuschauer im König-Palast deutlich zu sehen, als der Wolfsburger Trainer bei einer doppelten Überzahl seiner Mannschaft wild gestikulierend an der Bande stand.

Adduono hatte in dieser Saison mit viel Gegenwind zu kämpfen, weil er anfangs weder eine harmonierende Reihenordnung fand, noch die im Sommer geholten Spieler allesamt überzeugen konnten. Für den KEV-Trainer war der Einzug in die Pre-play-offs eine Erlösung, für Gross und sein Team ist die best-of-three-Serie ein unangenehmer Umweg.

Es gibt eine Statistik, die beide Teams um Welten trennt. Während die Grizzlys das beste Powerplay der Liga haben (22,9 Prozent) und bereits zwölf Überzahltore in vier Spielen gegen die Pinguine erzielen konnten, liegen die Krefelder bei einer Powerplay-Quote von 15,4 Prozent nur auf Rang zehn der Liga. Im Unterzahlspiel tun sich beide Mannschaften nicht viel. Die Krefelder scheinen den verletzungsbedingten Verlust von Kapitän Herberts Vasiljevs durch mannschaftliche Geschlossenheit aufgefangen zu haben. Bei den Wolfsburgern fehlten am Sonntag neben Norm Milley und Robbie Bina auch Ex-Pinguin Mark Voakes, der seit Wochen aufgrund einer Gehirnerschütterung ausfällt. Nach seiner großen Strafe vom Sonntag wird zudem Matthew Dzieduszycki zumindest am Mittwoch fehlen.

Während bei den Krefeld Pinguinen Daniel Pietta (59 Scorerpunkte) nach der Hauptrunde herausragte, ist sein Pendant auf Wolfsburger Seite Marco Rose (46). Bei den Niedersachsen folgen Mark Voakes (37) und Sebastian Furchner (36), der gleichzeitig auch Wolfsburgs bester Torschütze mit 21 Treffern ist. Bei den Pinguinen ist das Marcel Müller, der in nur 32 Spielen 19 Tore erzielte und zusätzlich 16 weitere vorbereitete. Müller ist damit hinter Pietta und vor Joel Perrault (32) zweitbester Scorer seiner Mannschaft.

Die Wolfsburger verfügen mit Felix Brückmann (2,07 Gegentore im Schnitt) und Sebastian Vogl (2,69) über eines der besten Torhüterduos der Liga. Tomas Duba kommt zwar nur auf einen Gegentorschnitt von 2,99, ist aber der absolute Rückhalt seines Teams und war in den letzten Wochen in absoluter Topform. Krefelds Ersatz-Goalie Patrick Klein wies in dieser Saison ebenfalls nach, dass auf ihn Verlass ist.

Die Pinguine verfügen als Gründungsmitglieder der DEL über eine ausgesprochene Fanbasis und kamen in dieser Saison — trotz zum Teil schwachen Leistungen — auf einen Zuschauerschnitt von 5019 pro Heimbegegnung. Die Gäste hatten am Sonntag im Auswärtsspiel so viele Fans mit in Krefeld, wie wohl in allen vorherigen Spielen der Grizzlys im König-Palast zusammengerechnet nicht. Eine organisierte Sambafahrt machte es möglich. Der Zuschauerandrang hält sich bei den Niedersachsen ansonsten in Grenzen. Diese Saison kamen im Schnitt nur rund 2400 Zuschauer zu den Heimspielen der Grizzlys.

Die Pinguine gingen mit einem Etat von rund 4,2 Millionen Euro in die Saison. Die Wolfsburger übertreffen dies mit einem Etat von rund sieben Millionen Euro deutlich.