Krefeld Pinguine: Was bei den Pinguinen jetzt passiert

Krefeld Pinguine: Was bei den Pinguinen jetzt passiert

Neun Profis haben einen gültigen Vertrag für die kommende Spielzeit. 13 neue Verträge muss die Clubführung verhandeln.

Krefeld. Trist war es lange. Mit anzusehen, wie die Pinguine sportlich versagten, die Halle immer leerer wurde, mitunter kaum mehr Stimmung aufkommen wollte. Weil auch wenig Hoffnung auf Besserung bestand. Und so war der Abschied von Herberts Vasiljevs am Sonntag dann doch noch einmal ein Höhepunkt — ein besonderer. Er entschädigte zumindest einige. Jetzt aber geht es daran, die Zukunft zu gestalten. Nicht verzagend, mutig, aber mit Bedacht und Augenmaß — frei nach Herrmann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Wohl dem, der darauf vertrauen kann.

Der Ablauf für diese Woche ist fixiert. Rosenmontag war Feiertag — es ist ja schließlich Karneval, heute werden die Gespräche mit Spielern vorbereitet, am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. Nein, nicht ganz. Dann tagt die Elefantenrunde bei Aufsichtsrat-Vorsitzendem Wolfgang Schulz mit Trainer Rick Adduono, dem Sportlichen Berater Rüdiger Noack und Matthias Roos, Leiter der Geschäftsstelle.

Bei dem Meeting werden die wesentlichen personellen Entscheidungen getroffen, die den aktuellen Kader betreffen. Wer hat eine Perspektive zu bleiben, bei wem trennen sich die Wege von Club und Spieler. Ab Donnerstag werden dann die Gespräche mit den Spielern geführt. Ihnen gesagt: Das war’s in Krefeld, oder verhandelt, um einen neuen Vertrag.

Bei der Planung des Kaders zeichnet sich folgende Struktur ab. Bestehende Verträge werden grundsätzlich respektiert. Aus dem aktuellen Kader sind insgesamt neun Spieler unter Vertrag: Torhüter Patrick Klein bis 2019, zwei Verteidiger in Nick St. Pierre und Max Faber bis 2018 sowie sechs Stürmer in Daniel Pietta bis 2025, Martin Schymainski bis 2021, alle weiteren bis 2018: Marcel Müller, Dragan Umicevic, Mark Mancari, Lukas Koziol. Numerisch hochgerechnet müssen die Pinguine fünf Verteidiger verpflichten sowie sechs Stürmer, hinzukommen zwei Torhüter. Macht in Summe 13 neue Verträge aushandeln.

Das beansprucht in etwa die Hälfte der Finanzen für den Kader — rund 500 000 Euro Netto-Gehälter stehen dafür bereit. Aber klar ist auch, es wird hart verhandelt werden, weil diese Saison Geld gekostet hat über das hinaus, was im Etat vorgehalten wurde. Und es wurde weniger Geld eingenommen, weil die kalkulierten Einnahmen über das Zuschauer-Budget mit solch einer Leistung, wie angeboten, nicht einzuspielen waren. Für die, die bleiben können, heißt das aber auch — große finanzielle Sprünge sind nicht möglich. Sie müssen für die Saison zahlen. Weil sie Teil davon waren.

Eine der wichtigsten Baustellen ist die Besetzung der Torhüter-Position. Patrick Galbraith und Niklas Treutle haben keine guten Karten auf eine Vertragsverlängerung. Sollten Danny aus den Birken (München) oder der Iserlohner Chet Pickard, der auch einen deutschen Pass hat, sich tatsächlich für die Pinguine entscheiden, könnte eine wichtige Lizenz gespart werden. Das Modell hatte Trainer Adduono zuletzt gegenüber unserer Zeitung skizziert. Klar ist aber — im Tor müssen sich die Pinguine verstärken. Um das Risiko geringstmöglich zu halten, am besten mit einem europäischen Torhüter oder ein Nordamerikaner mit Europa-Erfahrung — beispielsweise Andrew Engelage in der zweiten schwedischen Liga, oder Patrick Killeen aus Ritten/Italien.

In der Defensive ist Nick St. Pierre unter Adduono in der Hierarchie wieder aufgerückt, wird in der ersten oder zweiten Linie verteidigen. Max Faber kann maximal in der dritten Reihe spielen. Dazwischen müssen die Pinguine alles neu sortieren, brauchen mindestens zwei erfahrene, stabile Verteidiger.

Im Sturm steht die Reihe eins mit Daniel Pietta, Dragan Umicevic und Marcel Müller unter Vertrag. Ob Müller aber zurückkommt, ist fraglich. Auf der Homepage der Pinguine ist er nicht mehr gelistet im aktuellen Kader, wie auch Kyle Klubertanz nicht mehr.

Eine deutsche Reihe als vierter Sturm könnte aus dem aktuellen Kader bleiben — mit Martin Ness, Kevin Orendorz und Mike Mieszkowski. Dafür müssten neue Verträge ausgehandelt werden. Reihe zwei und drei sind dann grundsätzlich neu zu konzeptionieren. Womöglich auch wieder mit Adrian Grygiel, dessen Vertrag in Augsburg ausläuft, und den es wieder zurück nach Krefeld zieht.