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Krefeld Pinguine: Vom Golfplatz in Sturmreihe eins des KEV

Krefeld Pinguine : Vom Golfplatz in Sturmreihe eins des KEV

Jeffrey Szwez ist ein Glücksfall für die Krefeld Pinguine — ein Mann fürs Grobe. Trainer Adduono sagt: „Er wird von Tag zu Tag besser.“

Krefeld. Es gibt diese Geschichten, die nur alle Jubeljahre vorkommen. Vielleicht sind sie deshalb so schön. Etwa die, wenn einer auf dem Golfplatz steht und wenig später in Sturmreihe eins eines DEL-Clubs auftaucht. Von Null auf 100. Jeffrey Szwez ist der, auf den diese Geschichte passt. Er ist 34 Jahre alt, misst 192 Zentimenter und bringt 96 Kilogramm auf die Waage. Vor allem aber, sagt Pinguine-Trainer Rick Adduono: „Er wird von Tag zu Tag besser.“

Vor drei Wochen war der Eishockey-Profi noch arbeitslos, 21 Tage später ist er ein beinahe unverzichtbares Mitglied bei den Krefeld Pinguinen. Szwez sagt über diese ungewohnte Situation: „Meine Familie war im Urlaub, weil in Bayern noch Schulferien waren. Ich war für zehn Tage allein, und habe nach einem Job gesucht.“ Dann rief Rüdiger Noack an. Wenig später saß er in der Kabine der Pinguine, ausgestattet mit einem Jahresvertrag. Noack: „Jeff ist ein Glücksfall für uns. So einen haben wir gebraucht. Er behauptet sich vor dem Tor.“

Die eishockeylose Zeit verbringt der Deutsch-Kanadier in Augsburg, weil seine Lebensgefährtin in der Fuggerstadt lebt. Szwez: „Meine Familie ist sonntags aus dem Urlaub zurückgekommen und am Montagmorgen bin ich nach Krefeld geflogen.“ Die Not war groß bei den Krefeldern. Stürmer István Sofron hatte sich am Knie verletzt, Kapitän Daniel Pietta war im Champions-League-Spiel gegen Wien böse gecheckt worden. Wenig Personal, fehlende Klasse — vor allem hatten die Pinguine ein weiteres Defizit im Kader ausgemacht: der Mann fürs Grobe fehlte. Einer, der da steht, wo sich ansonsten auch gerne mal welche wegducken. Der Ausfall des Kapitäns gegen Wien wurde fast teilnahmslos zur Kenntnis genommen.

Das war dann im ersten Saisonheimspiel gegen Straubing anders. Als Henrik Eriksson von Yeo in die Bande gecheckt wurde und verletzt auf dem Eis lag, war es Szwez, der sich den Straubinger Verteidiger vorknüpfen wollte. Der robuste Szwez zeigte sich auch nicht überrascht, dass er im dritten Spiel in der ersten Reihe auflief. „Das ist mein Job. Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt“.

Nach Augsburg, Ravensburg, Freiburg und Ingolstadt ist Krefeld der fünfte deutsche Club für Szwez. In seiner ersten Saison belastete er noch das Ausländerkontingent, doch Augsburg kümmerte sich um die Einbürgerung. Das war möglich, weil Szwez deutsche Vorfahren hat — seine Familie wanderte während des zweiten Weltkrieges nach Kanada aus.

Szwez: „Ich bin glücklich hier zu sein und werde versuchen dem Team zu helfen. Wir haben eine gute Mannschaft, die Stimmung in der Kabine ist sehr gut. Die Liga ist sehr eng, jeder Punkt zählt und kann am Saisonende wichtig sein. Das haben wir in der vergangenen Saison gesehen, als nur ein paar Punkte zwischen den Mannschaften auf den hinteren Play-off-Plätzen lagen.“ Szwez weiß, wie man solch knappe Entscheidungen zu seinen Gunsten beeinflussen kann.