1. Sport
  2. Eishockey
  3. Krefeld Pinguine

Tim Stützle ist in der NHL in aller Munde

Eishockey : Stützle ist in der NHL in aller Munde

„Tim Stützle gibt Debüt“ oder „Tim Stützle erzielt sein erstes NHL-Tor“ waren die Schlagzeilen, die die Nachrichten rund ums Eishockey in den USA bestimmten.

Seitdem die NHL, die stärkste Eishockeyliga der Welt, in der vergangenen Woche wieder an den Start gegangen ist, ist ein 19-jähriger Deutscher in aller Mund. „Tim Stützle gibt Debüt“ oder „Tim Stützle erzielt sein erstes NHL-Tor“ waren die Schlagzeilen, die die Nachrichten rund ums Eishockey in den USA bestimmten. Denn seit seinem Premierentreffer im Trikot der Ottawa Senators ist Stützle in den USA ein vielbeachteter Newcomer. Und auch an der Westparkstraße ist man stolz auf die Entwicklung des Stürmers. Denn Tim Stützle begann das Eishockeyspielen beim Krefelder EV 81.

Bester Stürmer der U20-Weltmeisterschaft, 19. Geburtstag, erstes NHL-Spiel, erstes NHL-Tor – Tim Stützle kommt im Jahr 2021, das gerade einmal 21 Tage alt ist, aus dem Feiern nicht mehr heraus. Nach der U20-WM flog Stützle von Edmonton nach Ottawa und musste sich zunächst in Quarantäne begeben, bevor er zum ersten Mal am Training seines neuen Teams, den Ottawa Senators, teilnehmen konnte. Als es soweit war, überzeugte der in Viersen geborene das Trainerteam um Headcoach D. J. Smith. So war es nicht verwunderlich, dass Stützle zum ersten Saisonspiel gegen die Toronto Maple Leafs am Freitag im Kader der Senators stand. An der Seite des erfahrenen Derek Stepan (30 Jahre, 741 NHL-Spiele) gab Stützle sein Debüt in der besten Eishockeyliga der Welt. Beim überraschenden 5:3-Sieg gegen den Favoriten der kanadischen Division stand der Mann mit der Rückennummer 18 zwölf Minuten und elf Sekunden auf dem Eis und gab einen Torschuss ab. Stützle entschied sich für die 18 auf seinem Rücken, weil er seine angestammte Nummer acht, nicht wählen durfte. Denn die wird von Ottawa zu Ehren von Frank Finnigan, der 1927 mit den Senators den Stanley Cup gewann, nicht mehr vergeben.

Ein Schuss wie ein Strich
nach einer Bogenlampe

Nur 24 Stunden später stand das nächste Duell gegen die Maple Leafs an. Toronto wurde seiner Favoritenrolle gerecht und führte zu Beginn des letzten Drittels mit 3:1. Es folgte der Premierentreffer des jungen Deutschen. Ein Fernschuss von Colin White wurde im hohen Bogen abgefälscht und der Puck flog quer durch das Drittel. Stützle stand im rechten Bullykreis, ließ die Scheibe kurz aufspringen und drosch sie knallhart ins kurze Eck. „Sowas kann nur ein Naturtalent“, urteilte Elmar Schmitz, Stützles ehemaliger Trainer beim KEV81 und heutiger Vereinsvorstand des Klubs. Es war ein sehenswerter erster Treffer des Ausnahmetalents. Entsprechend groß war das Medienecho. Auch wenn es am Ende beim 2:3 blieb, war es für Stützle ein gelungener Einstand in der NHL. „Es war ein tolles Gefühl, aber ich hätte das Spiel lieber gewonnen“ sagte Stützle nach der Begegnung den kanadischen Journalisten.

Auch sein Trainer war begeistert. „Das war ein verdammt gutes Tor. Tim wird ein richtig guter Spieler werden“, so Smith. Selbst der gegnerische Torhüter, Jack Campbell, zollte Stützle Respekt: „Abgesehen davon, dass ich gedacht habe, den hätte ich halten sollen, hätte ich ihm gerne die Hand geschüttelt und gratuliert. Das war ein unglaublicher Treffer, er ist ein großes Talent“ sagte Campbell dem Fernsehsender TSN. Stützle wurde im zweiten Spiel fast drei Minuten mehr als beim Debüt eingesetzt. Auch im Überzahlspiel stieg seine Eiszeit an. „Ich habe mich im zweiten Spiel besser und selbstbewusster gefühlt“ antwortete er auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur nach dem Unterschied in den beiden ersten Begegnungen.

Eine Verletzung bremst
Stützle kurzfristig aus

Spiel drei verpasste Stützle dann aber aufgrund einer Verletzung. 3:4 verlor sein Team gegen die Winnipeg Jets nach Verlängerung. Nach Vereinsangaben habe Stützle lediglich eine leichte Verletzung erlitten und soll möglichst kurzfristig wieder zum Einsatz kommen – in den nächsten Tagen oder Wochen.

Die Zukunftsaussichten für Stützle und sein Team könnten besser kaum sein. Zwar beendeten die Senators die vergangene Spielzeit als zweitschlechtestes Team der Liga und ihnen werden im Play-off-Rennen in dieser Saison auch nur Außenseiterchancen ausgeräumt, doch die Mannschaft verfügt über viele junge Talente, die sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Ottawa – angeführt von Stützle – regelmäßig in die Play-offs einziehen wird.