Krefeld Pinguine: So kämpfen Pinguine gegen die Krise

Krefeld Pinguine: So kämpfen Pinguine gegen die Krise

Beim 5:2-Erfolg gegen Schwenningen zeigen die Krefelder auf, wie der Weg aus dem sportlichen Tief noch gelingen kann.

Krefeld. Der obligatorisch freie Tag der Pinguine-Profis war am Montag ein anderer — weil, mit einem Sieg lässt sich angenehmer entspannen, zumal einem vor den in dieser Saison leidgeprüften Fans. Selbst der Trainer gönnte sich am Montag mal den Luxus, den Arbeitsplatz König-Palast nicht aufzusuchen. Üblicherweise arbeitet Franz-David Fritzmeier das Spiel montags in der Videoanalyse auf, bereitet die Trainingswoche vor. „Heute fahre ich nicht zur Halle.“ Das, was es zu tun gäbe, ginge auch von Zuhause. Denn Fritzmeier beschäftigt sich neben der aktuellen bereits mit der neuen Spielzeit — und deren Personalplanung. Fritzmeier: „Wir müssen fleißig sein. Aber es geht gut voran.“ Das, so darf man das 5:2 gegen Schwenningen bewerten, trifft auch auf einige Merkmal zu, die bisher nicht zum Standard der Pinguine in dieser DEL-Saison gehörten.

Drei der fünf Tore im Powerplay erzielen sie. Das ist mal eine Marke. Sogar der Saisonrekord. Zur Saisonpremiere in Augsburg und am dritten Spieltag sowie in Mannheim am 21. Spieltag gelangen den Pinguinen zwei Überzahltore in einem Spiel. In den vergangenen zehn Spielen vor Schwenningen waren es zusammen auch nur drei Überzahl-Tore. Dabei war das Powerplay nicht richtig gut, aber bei den Toren von Mark Hurtubise und Mike Collins bekommen beide wieder den Nachschuss auf die Kelle und treffen dann. Ein typisches Überzahl-Tor war eigentlich nur das von Henrik Eriksson.

Zum ersten Mal nach dem Heimdebüt von Trainer Fritzmeier vor zwei Monaten gegen Ingolstadt haben wieder drei Kontingentspieler in einem Spiel getroffen. Das gab es davor unter Vorgänger Rick Adduono im Übrigen auch nicht. Drei verschiedene Kontingentstürmer haben — außer gegen Schwenningen — in dieser Saison noch nie in einem Spiel getroffen. Mike Collins beseitigte mit seinem Treffer im Übrigen seine längste Torlosstrecke — einst hatte er in vier Spielen hintereinander getroffen und hat jetzt seine Durststrecke von 14 Spielen ohne Tor beendet. Sein letztes Tor erzielte er am 21. Spieltag in Mannheim.

Neun Spiele hintereinander leisteten sich die Pinguine im zweiten Drittel mindestens ein Gegentor, meistens sogar noch mehr. Mit dem Höhepunkt vergangenen Dienstag in Ingolstadt beim 1:4 mit vier Treffern im Mittelabschnitt. Gegen Schwenningen war damit Schluss — kein Gegentor im zweiten Drittel. Die Bilanz der beiden Spiele in Ingolstadt und München hingegen war markant: acht Gegentore bei 43 zugelassenen Schüssen im zweiten Drittel.

Oliver Mebus hatte sich gegen Schwenningen mit dem gesamten Kader normal warm gemacht und eingespielt. Trainer Fritzmeier hatte ihn immer sehr viel Eiszeit zugebilligt, war Bedacht darauf, den jungen Spieler zu fördern. Gegen Schwenningen verzichtete er dann aber auf ihn als siebten Verteidiger. Robin Weihager spielte nach langer Zeit mal wieder Verteidiger. Dadurch hatte Fritzmeier nur elf Stürmer. Im Vergleich zu den bisherigen Spielen war diese Maßnahme eine eher ungewöhnliche für Fritzmeier.

Mehr von Westdeutsche Zeitung