Krefeld Pinguine: Schießt Marcel Müller sich so zum Deutschland-Cup?

Krefeld Pinguine : Schießt Marcel Müller sich so zum Deutschland-Cup?

Mit den zwei Treffern beim 5:2 in Ingolstadt ist der Stürmer der beste Torjäger der Liga — und jagt nebenbei noch einen anderen Rekord.

Krefeld. Am Montag war Füße hochlegen angesagt. Denn in der Früh bewegten die letzten Pinguine nach der Ankunft aus Ingolstadt noch gegen 5.45 Uhr ihr Schuhwerk auf den Nachhauseweg. Mit drei Punkten im Gepäck lässt sich der erste Teil der Nacht dann auch weniger anstrengend schlecht schlafen im Bus.

Den freien Tag nach erfolgreicher Auswärtsreise genossen die Profis am Montag. Einer ganz besonders. Marcel Müller. Er ist jetzt wieder der Marcel, den die Fans lieben und den eine Mannschaft ganz gut gebrauchen kann. Er schießt Tore, er scort. Und das immer wieder. In Ingolstadt erzielte er zwei Tore, bereitete ein weiteres vor. Der gebürtige Ostberliner ist mit zehn Treffern bester Torjäger der Liga. Schießt sich Müller so zum Deutschland-Cup Anfang November? Bundestrainer Marco Sturm war vor gut zwei Wochen noch in Krefeld zum Derby gegen die Kölner Haie im Stadion. Und einer, den er beobachtete, war Marcel Müller. Die spannende Frage wird sein, ob Sturm den Stürmer in der aktuellen Form links liegenlassen kann.

Der Torjäger sagte am Montag unserer Zeitung auf dem Weg zu einem Treffen in Essen mit einem Freund zum Abendessen: „Wenn Sturm mich einlädt, fahre ich sehr, sehr gerne hin.“ Müllers letzter Einsatz im Nationaldress war auch der Deutschland-Cup.

Zwei Jahre ist das jetzt her, seinerzeit spielte er noch für Hamburg. Das ist Geschichte. Zur aktuellen Situation als Torjäger der Liga, sagt Müller: „Ich freue mich immer, wenn ich Tore mache. Aber ich habe auch in der Defensive meinen Job gemacht.“ Müller rechnet damit, dass die Einladungen zum Deutschland-Cup in dieser Woche rausgehen. Müller: „Die kommt dann meist per Mail.“ So kennt er es jedenfalls von früher, selbst wenn das eben schon eine Weile her ist.

Müller ist zudem gerade dabei, auf Rekordjagd zu gehen. Denn in jedem seiner zwölf Saisoneinsätze konnte sich der Linksschütze mindestens einen Scorerpunkt gutschreiben. Rekordhalter in dieser Wertung ist Peter Draisaitl. Der Vater des heutigen NHL-Stars Leon schaffte in der Saison 1994/1995 das Kunststück, 21 Spiele in Folge zu scoren. Ob Müller diese Marke knacken kann, ist fraglich. In der aktuellen Form ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich noch das ein oder andere Spiel dazugesellt.

Trainer Rick Adduono jedenfalls gönnt es seinem Top-Stürmer, beim Deutschland-Cup dabei zu sein: „Ich hoffe, Marcel bekommt diese Chance, weil er sie auch will. Er ist einer unserer besten Spieler, arbeitet sehr konzentriert, nimmt sich auch der jungen Spieler an.“

Adduono hatte Müller zu Saisonbeginn zu einem der vier Vizekapitäne berufen. Ein geschickter Schachzug, Müller mit mehr Verantwortung zu betrauen, wo er doch vor acht Monaten Vater des kleinen Theo geworden war.