Pinguine: Die Qual der Wahl im Tor

Pinguine: Die Qual der Wahl im Tor

Tomas Duba wird am Freitag in Wolfsburg auflaufen. Sonntag könnte Lukas Lang spielen.

Krefeld. War es eine Klatsche nach fünf Siegen, oder folgen jetzt wieder fünf Siege nach einer Klatsche? Sprich, war die 3:7-Niederlage der Krefeld Pinguine am Sonntag gegen die Nürnberg Ice Tigers Endpunkt oder neuer Anfang für die Pinguine in der deutschen Eishockeyliga (DEL). Denn die fünf Erfolge in Serie wurden eingeleitet durch eine derbe 1:6-Schlappe am 15\. November in Köln. „Wäre ja so gesehen ein gutes Omen“, sagt Rüdiger Noack, der Sportliche Berater. Aber ein Omen macht noch keinen Sieg. Und: „Sieben Gegentore in eigener Halle, das geht einfach gar nicht“, stellt auch Trainer Rick Adduono klar.

In Wolfsburg hängen am Freitag um 19\.30 Uhr die Trauben in Sachen Wiedergutmachung sehr hoch. Zumal die Lage an der Personalfront angespannt ist. Mit Mitja Robar (Knöchel) und David Fischer (Innenbanddehnung im Knie) fehlen zwei erprobte, wichtige Abwehrspieler. Dafür spielt Steve Hanusch nach sporadischen Stürmer-Einsätzen nun komplett in der Abwehr. Mark Voakes wird zumindest in Wolfsburg nicht spielen, der Mittelstürmer könnte aber möglicherweise am Sonntag gegen die Iserlohn Roosters (live ab 17\.45 Uhr bei Servus TV) im König-Palast auflaufen. Dafür wird Voakes am Freitag an der Seite von Fischer testweise auf heimischem Eis trainieren. Mit dabei im Test-Trio: Herberts Vasiljevs, der erstmals nach drei Monaten Pause aufgrund seiner schweren Knöchelverletzung wieder in die Schlittschuhe schlüpfen möchte.

Nachdem die glänzende Serie von Goalie Lukas Lang durch die Nürnberger derb beendet wurde, hat sich Trainer Rick Adduono bei den Torhütern zumindest für das Auswärtsspiel festgelegt. Tomas Duba soll den Kasten der Pinguine sauber halten, vor allem beim starken Powerplay der Wolfsburger soll er seine Stärken zeigen. Dafür erwartet Adduono allerdings mehr von seinen Unterzahl-Spezialisten. „Wir müssen einfach mehr Schüsse blocken“, fordert der Kanadier mehr Hilfe für den Torhüter. „Wir sind eine für den Erfolg hart arbeitende Mannschaft, das müssen wir dann auch immer tun.“ Eine besonders martialisch klingende Vorgabe hat er auch noch: „Wir brauchen in jeder Sekunde auf dem Eis den Killerinstinkt.“

War es nun Torraumabseits? Die heiße Diskussion um das erste — nicht anerkannte — Tor der Pinguine zu Beginn der 3:7-Niederlage gegen Nürnberg könnte ein guter Aufhänger sein, einen echten Experten zu befragen. Am Sonntag steht vor dem Heimspiel gegen Iserlohn DEL-Schiedsrichterobmann Holger Gerstberger bei einem Stammtisch des Fanprojektes Rede und Antwort. Im Fantreff hinter dem König-Palast ab 13 Uhr gibt es Informationen aus erster Hand zum komplexen Regelwerk im Eishockey. Dass dabei auch Profis ins Schleudern kommen, bewies Trainer Rick Adduono. Unmittelbar nach dem Spiel stimmte er der Schiedsrichterentscheidung zu, nach einigen Tagen mit Video-Studium ist er nun anderer Meinung.

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