Pinguine-Betreuer ist bei der Eishockey-WM

Eishockey : Pinguine-Betreuer bei der WM

Christian Menningen ist mit der Eishockey-Nationalmannschaft in der Slowakei unterwegs.

Christian Menningen ist von Berufs wegen her ein Frühaufsteher und als solcher immens wichtig für eine Eishockey-Mannschaft. Der Betreuer der Krefeld Pinguine macht in der aktuellen Sommerpause der DEL nicht irgendwo Urlaub am schönen Mittelmeer. Er ist mit dem Flieger auch nicht ans andere Ende der Welt gereist, um in der Eishockey-freien Zeit mal etwas anderes zu sehen als Eishallen, verschwitzte Männer und Trikots. Der 54-Jährige gehört vielmehr zum Betreuerstab der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei. Keine Strände, keine Sehenswürdigkeiten von Weltrang, dafür die zweitgrößte slowakische Stadt Kosice im Osten des Landes. Der Spielort der DEB-Auswahl in der Vorrunde, die am Mittwochabend dort auf die Gastgeber traf.

Bei der WM 2018 ging es
schon mit nach Dänemark

Einmal Teil des sogenannten Ostblocks gewesen zu sein, sehe man den Gebäuden noch an, findet Menningen, der sich aber wegen des Aufenthaltsortes nicht grämt. „Es ist eine schöne Erfahrung. Man trifft viele andere Leute. Es ist eine gute Sache.“

Bei der WM 2018 begleitete der Neusser schon die deutsche Mannschaft nach Dänemark. Er kennt die Bedürfnisse der Spieler. Er weiß, was zu tun ist. Während der Vorbereitung auf die WM in der Slowakei tourte er mit dem Team wegen der Testspiele durch Süddeutschland und machte auch Station im tschechischen Karlsbad. Zusammen mit dem Augsburger Marco Nachrichter und dem Kölner Sascha Engel kümmert er sich um die kleinen, aber wichtigen Dinge rund ums Team, ohne die der erfolgreiche Sportbetrieb nicht funktionieren könnte. Die Ausrüstung und Versorgung vor und nach dem Spiel. Kleine Reparaturen.

Um 9 Uhr morgens muss
schon alles bereit stehen

Zwischen 6 und 7 Uhr morgens beginnt der Arbeitstag für Menningen. Nach dem Aufstehen geht es in die Eishalle. Wenn die Mannschaft zwischen 9 und 10 Uhr die Übungsstunde absolviert, muss schon alles bereit stehen in der Kabine. Saubere Trikots, geschliffene Schlittschuhe.

Zwei bis drei Stunden vor dem Training und noch einmal zwei bis drei Stunden nach dem Training. So sieht das Pensum an einem normalen Tag mit der Nationalmannschaft aus. Und da wäre auch ja auch die Vorbereitung des nächsten Arbeitstages. Am Nachmittag ein bisschen Ruhe, dann Abendessen, später Bettruhe.

Am Donnerstag und Freitag, wenn die deutsche Mannschaft nicht spielt, will sich Menningen dann mal ein bisschen länger umsehen in der 240 000-Einwohner-Stadt nahe der ungarischen Grenze. Der 54-Jährige hat in der Bevölkerung schon eine andere Kultur festgestellt im Umgang mit ihm und den anderen Deutschen. Skepsis, vielleicht auch etwas Abneigung, ganz anders als zum Beispiel den Russen gegenüber: „Man wird schon mit anderen Augen gesehen. Aber die Sache hier ist eine Erfahrung wert. Es ist interessant.“

Probleme jedoch hat Menningen keine in seiner täglichen Arbeit: „Es läuft alles, wie es laufen soll“, sagt er. Als Fan will der Neusser nicht rüberkommen der Mannschaft gegenüber. Geschwätzigkeit verbietet er sich: „Ich bin mit Leidenschaft dabei. Was in der Kabine passiert, bleibt in der Kabine. Da muss man Rücksicht auf die Spieler nehmen“, sagt er.

Ein großes Ziel bleibt für ihn und die deutsche Mannschaft: die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2022. Dann will Christian Menningen auch zum Betreuerstab gehören. Die traumhafte Silber-Medaille der Deutschen in Pyeongchang verpasste er. Die Sache mit der Bewerbung dauerte zu lange. Sollte die Nationalmannschaft das Viertelfinale erreichen, wird sie in Bratislava spielen, im ehemaligen Pressburg an der Grenze zu Österreich. Dann gibt es auch in den freien Stunden wieder Neues zu sehen für Menningen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung