Philipp Kuhnekath blüht bei den Pinguinen auf

Eishockey : Derbyheld Kuhnekath will sich beweisen

Der Stürmer der Krefeld Pinguine hatte einen schweren Start in die Saison, überzeugte aber zuletzt mit zwei Toren und einer Vorlage.

Viel Freizeit konnte Philipp Kuhnekath in der Länderspielpause nicht genießen. Training mit dem Oberligateam, Spiel mit der U23 gegen Hamburg und dann seit Samstag wieder Vorbereitung mit den Profis: „Ja, zwischendurch musste ich auch mal was essen“, scherzt der Stürmer der Krefeld Pinguine, der aufgrund der Terminfülle nicht mal Zeit hatte, beim Deutschland Cup vorbeizuschauen. Denn Kuhnekath will nach den zuletzt starken Auftritten gegen Düsseldorf und Mannheim vor allem eins: genau dort weitermachen.

Reid verteilt nach dem Derbysieg ein Sonderlob an den Youngster

Nach dem 4:3-Derbysieg gegen Düsseldorf hatte Trainer Brandon Reid für ihn ein Sonderlob. „Philipp Kuhnekath hat sehr gut gespielt.“ Die positiven Worte dürften dem 22-Jährigen gutgetan haben. Er erzielte gegen Ende des ersten Drittels das wichtige 1:1. Zu diesem Zeitpunkt war die DEG dem zweiten Treffer näher als die Schwarz-Gelben dem Ausgleich.

Das nötige Glück hatte Kuhnekath auf seiner Seite, als er den Puck von der Außenposition vor das Tor schoss, denn die Scheibe wurde von DEG-Verteidiger Alexander Dersch unhaltbar abgefälscht. Es war für den Stürmer gleichzeitig der erste Saisontreffer. Im bisherigen Saisonverlauf spielte Kuhnekath zwar engagiert, aber unauffällig. Nur ganz selten setzte er auch in der Offensive Akzente. In seinen ersten 14 Saisoneinsätzen gab er lediglich fünf Torschüsse ab. Das Selbstvertrauen nahm Kuhnekath mit in die Begegnung in Mannheim. Reid belohnte ihn mit 14:27 Minuten Eiszeit – so lange stand er in keinem vorherigen Spiel auf dem Eis. „So viel Eiszeit tut natürlich gut“, sagt Kuhenkath. Die Belohnung für sich und das Team folgte. Erstmals war der Angreifer beim überraschenden Sieg in seiner Karriere an zwei Treffern in einer Partie beteiligt. Den 1:0-Führungstreffer durch Kai Hospelt bereitete er gemeinsam mit Travis Ewanyk vor, und im zweiten Drittel erzielte er das zwischenzeitliche 3:1 für die Pinguine. „Natürlich fühlt sich das gut an, durch Tore und Vorlagen der Mannschaft helfen zu können“, gibt sich der 22-Jährige gewohnt zurückhaltend. Denn Kuhnekath weiß, woran er noch arbeiten muss. „Physis, Zweikampfverhalten, Defensivarbeit – das sind die Dinge, die ich gerne noch verbessern will.“

Kuhnekath durchlief alle Jugendteams des KEV

Nach zähem Saisonstart mit wenig Eiszeit hat sich der 22-Jährige ins Team gearbeitet. Die aktuellen Querelen abseits der Eisfläche versucht er auszublenden, auch „wenn das nicht immer geht. Wir als Team versuchen uns auf die Spiele zu konzentrieren.“

Die aktuelle Saison wird für den gebürtigen Duisburger, der in der Saison 2016/17 sein Debüt in der DEL feierte, eine richtungsweisende werden. Momentan dürfen von jedem DEL-Team pro Spiel 17 Feldspieler, die älter als 23 sind, aufgeboten werden. Um 18 (vier komplette Sturmreihen) oder gar 19 (zusätzlich ein siebter Verteidiger) Spieler aufzustellen, gibt es laut DEL-Reglement die Möglichkeit, Spieler, die ihr 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, aufzustellen. Zu diesen Spielern zählt Kuhnekath in dieser Saison noch – in der kommenden Saison jedoch nicht mehr.

Für den 22-Jährigen, der alle Jugendmannschaften des KEV 81 durchlaufen hat, wird sich in dieser Spielzeit entscheiden, ob er die Familientradition im schwarz-gelben Trikot – sein Vater Dirk absolvierte zwischen 1985 und 1993 363 Spiele für den KEV – fortsetzen wird.

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