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Löst Sergey Saveljev die Probleme der Krefeld Pinguine?

Eishockey : Löst Saveljev die Pinguine-Probleme?

Seit dem Geschäftsführerwechsel bei den Krefeld Pinguinen türmen sich die Aufgaben vor Sergey Saveljev auf. Der neue starke Mann beim DEL-Verein will für „alle Probleme Lösungen finden“.

Die Krefeld Pinguine stehen wieder auf dem Eis. Das Team bereitet sich seit dieser Woche auf den am 11. November beginnenden Magenta-Cup vor. Unter den Augen von Neu-Geschäftsführer Sergey Saveljev folgten die Spieler am Mittwoch den Anweisungen der Co-Trainer Boris Blank und Igor Gross. „Wir sind froh, dass es wieder los geht, auch wenn jetzt in kurzer Zeit viel getan werden muss“, sagt der 24-Jährige. Damit die Spieler wieder trainieren können, wurde die Kurzarbeit angepasst – von 100 auf 90 Prozent. Ab dem kommenden Monat wird der Kader dann wohl wieder in Vollarbeit sein. Bei den Pinguinen sei man jedoch auf alles vorbereitet, versichert Saveljev. „Wir haben für jedes Szenario Lösungen im Kopf.“

Sollte der Magenta-Cup aus Gründen des Infektionsschutzes nicht gespielt werden, würden die Spieler wieder in Kurzarbeit geschickt. Finanziell die beste Lösung für den Profisport-Verein, der in der aktuellen Situation auf Zahlungen von Hauptanteilseigner Stefano Ansaldi und Sponsoren angewiesen ist, um aufgelaufene Rechnungen, aber beispielsweise auch die eigene Jugendabteilung (siehe Text unten) zu bezahlen. „Ich bin dabei, mich in alle diese Sachen einzuarbeiten. Mit dem KEV81 wird es noch diese Woche einen Termin geben. Wir wollen unsere Zusagen einhalten, aber klar ist auch, dass unter Corona-Bedingungen andere Voraussetzungen herrschen“, so Saveljev.

Mitarbeiter verlassen
die Geschäftsstelle

Bei den Pinguinen muss gespart werden, Gerüchte um ausgebliebene Gehaltszahlungen auf der Geschäftsstelle und in der Mannschaft kommentierte Saveljev mit den Worten: „Davon weiß ich nichts. Aber ich mache alles, was getan werden muss.“ Die Zahl der Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle wird sich in den kommenden Wochen weiter reduzieren. Nachdem seit dem Sommer bereits drei von acht Angestellten ihre Jobs kündigten, wird jetzt mit Birgit Laurs (Assistentin der Geschäftsführung) ein echtes Urgestein die Pinguine zeitnah verlassen. Saveljev: „Wir wissen noch nicht, wann sie genau geht.“

Mit einem ganz kleinen Team will der gebürtige Lette dann die große Herausforderung Corona-Krise meistern. Einen Beraterstab soll es in Zukunft nicht geben. „Ich habe selbst Wirtschaft studiert in Delmenhorst, habe die Themen dann in Riga in einem Sport-Studiengang vertieft.“ Zwischendurch arbeitete Saveljev auch an der Börse in Moskau und gründete seine eigene Spielerberateragentur, die Save’s Corp. Die Namensähnlichkeit zur Save’s AG, die durch Stefano Ansaldi 80 Prozent der Anteile an der Krefeld Pinguine GmbH hält, sei laut Saveljev kein Zufall. „Ich habe damals für meine Berateragentur einen Geldgeber gesucht und über Roger Nicholas Kontakt zu Herrn Ansaldi erhalten. In diesem Zuge habe ich mitbekommen, dass er auch Interesse hatte, sein Geld in einen Eishockeyverein zu investieren“, sagt Saveljev. Da Ansaldi für seine Investitionen eine neue Firma gründete, habe er sich laut Saveljev erkundigt, ob er dessen Namen in abgwandelter Form übernehmen könne.

Jetzt besitzt Saveljev das Vertrauen von Ansaldi, der dem 24-Jährigen erst am vergangenen Montag davon unterrichtet hatte, dass Nicholas seinen Platz räumen werde und Saveljev sein Nachfolger werden soll. Drei Tage später war der Geschäftsführerwechsel, der von den Pinguinen als von langer Hand geplantes Szenario verkauft wurde, perfekt.

Sportlich nehmen die Pinguine bereits seit Montag wieder Fahrt auf. Ab Donnerstag muss das Team aufgrund des Deutschland-Cups in die Rheinlandhalle ausweichen. Bis auf Colin Smith, Wade Bergman, Lucas Lessio und Vinny Saponari waren alle Spieler, die nicht ausgeliehen sind, mit an Bord. Trainer Glen Hanlon kam bereits am Dienstag in Krefeld an – es folgte ein weiterer Corona-Test. Fällt dieser negativ aus, soll der Kanadier ab Donnerstag das Training der Pinguine leiten.

Dabei hat Saveljev weitere personelle Veränderungen im Team nicht ausgeschlossen. Durch den späten Saisonstart der nordamerikanischen Profiliga NHL sowie der zweitklassigen AHL, sind derzeit viele Top-Spieler auf dem Markt. Für den Magenta-Cup kommen für die Pinguine deshalb einige Akteure infrage, Saveljev sagt: „Es sieht sehr gut, dass wir die Mannschaft für das Turnier noch einmal gut verstärken können. Das ist auch gut für das  Turnier, schließlich haben die Zuschauer sehr lange kein Eishockey mehr gesehen.“

Während eine Teilnahme von Verteidiger Mirko Sacher als wahrscheinlich gilt, werden die verliehenen Christian Bull und Artur Tyanulin definitiv nicht spielen. Gleiches gilt nach jetzigem Stand auf für Grant Besse. „Wir stehen derzeit in Kontakt mit seinem Berater“, lässt Saveljev verlauten. Saponari, der derzeit ebenfalls noch in den Vereinigten Staaten verweilt, sei jedoch fest für den Turnier-Kader eingeplant.