Krefeld Pinguine und der Krefelder EV arbeiten zusammen

Eishockey: KEV plant Oberligateam

Der Stammverein und die Pinguine wollen eine U 23-Mannschaft einrichten, um Talente länger in Krefeld zu halten.

Junge Spieler, Talente, die in den Jugendmannschaften des Krefelder EV ausgebildet wurden und dann das Weite suchen – das soll bald der Vergangenheit angehören. Die Verantwortlichen des Krefelder EV’81 und der Krefeld Pinguine haben einen Antrag beim Deutschen Eishockey Bund eingereicht, wollen ab der kommenden Saison mit einer U 23-Mannschaft in der drittklassigen Oberliga Nord spielen. Das neue Team soll unter dem Namen Krefelder SV antreten und seine Heimspiele in der Rheinlandhalle austragen. Die Hauptgesellschafter der Pinguine, Wolfgang Schulz und Mikhail Ponomarev, hätten ihre Unterstützung signalisiert, wie KEV-Vorsitzender Achim Staudt sagte.

Zuletzt hatte es so eine Nachwuchsmannschaft in der Oberliga in den Spielzeiten 2011 bis 2013 gegeben. Auch andere DEL-Clubs hatten in den vergangenen Jahren immer mal wieder Teams in der Oberliga etabliert. Das galt zum Beispiel für die Eisbären Berlin. Die Füchse Duisburg wurden ihrerzeit von mehreren DEL-Vereinen unterstützt.

Das U 23-Team als Brücke
zwischen DNL und DEL

„Wir wollen etwas bewegen im deutschen Eishockey“, sagt Staudt. „Wir können eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Gute Nachwuchsspieler, die in der Deutschen Nachwuchs Liga herausragen, sollen damit in Krefeld gehalten werden. Das U 23-Team soll als Brücke zwischen Jugend und Profimannschaft dienen. „Es geht darum, den jungen Spielern eine bessere Perspektive zu bieten“, sagt Pinguine-Sportdirektor Matthias Roos. Elmar Schmitz, Sportobmann und U 20-Trainer des KEV, erklärt: „Die Oberliga ist eine hervorragende Ausbildungsliga. Ältere Spieler können da als Lehrmeister dienen.“ Ziel sei die Entwicklung von Talenten, nicht etwa ein Aufstieg in die DEL2, die 2. Bundesliga.

In Niklas Postel (Jahrgang 1998), Darren Mieszkowski (1999), Edwin Schitz (2000) und Adam Kiedewicz (2000) haben die Pinguine für die anstehende Spielzeit schon vier förderlizenzfähige Spieler unter Vertrag. „Es besteht die Möglichkeit, dass Spieler vormittags am Training der Profimannschaft und am Abend am Training des Oberliga-Teams teilnehmen. Hierzu muss lediglich die Straßenseite gewechselt werden“, sagt Roos. Mit weiteren zukünftigen Nachwuchsspielern sei man in Gesprächen.

Eigene Nachwuchskräfte zu entwickeln und dann später ins Profiteam einzubauen – davon ist auch Pinguine-Verteidiger Torsten Ankert überzeugt. Er selbst feierte als 17-Jähriger sein Debüt in der Deutschen Eishockey Liga unter Hans Zach. Als Negativbeispiel nannte er die Fishtown Pinguins aus Bremerhaven: „Man sollte den Jungen eine Chance geben. In Bremerhaven spielt nicht einer, der deutsch spricht.“

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