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Krefeld Pinguine: Überraschende Wende auf Gesellschafterversammlung

Krefeld Pinguine : Pinguine-Beben bei der Gesellschafterversammlung

Die dritte Gesellschafterversammlung der Krefeld Pinguine dauerte zunächst nur knappe 15 Minuten. Doch die hatten es in sich.

Die dritte Gesellschafterversammlung der Krefeld Pinguine brachte ein wenig Licht ins Dunkel. Lange grübelten die Pinguine nach der Intention der Energy Consulting Europe GmbH, die Anteile in der Höhe von 46 Prozent besitzt. Nun ist klar: Die Energy Consulting Group ist nicht bereit, Anteile abzugeben, sondern will jene der Schulz Holding um Haupteigner Wolfgang Schulz zusätzlich erwerben. Damit durchkreuzte man die Pläne der Pinguine, die auf der Gesellschafterversammlung am Donnerstagnachmittag die Anteile der Energy Consulting einziehen wollte.

Dass es zu diesem Tagesordnungspunkt gar nicht erst kam, lag daran, dass Anwalt Dr. Wolfgang Peters, der das Unternehmen vertritt, zusammen mit einem Gerichtsvollzieher erschien, der den Pinguinen mitteilte, dass das Landgericht Krefeld eine einstweilige Verfügung gegen die Einziehung der Anteile eingelegt hat, der Vorgang damit rechtswidrig wäre.

Im Anschluss dazu kam es zu einem Angebot der Energy Consulting: In einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, wird angeboten, dass der in Krefeld bekannte Unternehmer Detlef Hauffe bereit sei, gemeinsam mit einer Gruppe von Unterstützern die Zukunft der Krefeld Pinguine zu retten und einen Verbleib in der DEL damit zu sichern. Konkret bedeutet dies, dass Hauffe bereit ist, mit sofortiger Wirkung die Anteile der Schulz Holding zu übernehmen.

Zudem fordert die Energy Consulting den Rücktritt von Matthias Roos als Geschäftsführer der Pinguine, ein neuer Geschäftsführer stehe im Anschluss bereit. In diesem Fall wäre die Energy Consulting bereit, sofort den für die Lizenzierung erforderlichen Geldbetrag zur Verfügung zu stellen. Eine Entscheidung der Pinguine steht nun aus. In einer Stellungnahme sprach der Verein davon, dass „weitere Gespräche vonnöten“ seien und gab sich über die Intention von Peters und der Energy Consulting überrascht.

So heißt es: „Entgegen vorheriger Absprachen hat Herr Dr. Peters uns heute überraschenderweise mitgeteilt, dass die Energy Consulting Europe GmbH nicht gewillt ist, ihre Anteile zu verkaufen, obwohl dies am 16.12.2019 so kommuniziert wurde und seitdem Gespräche mit einem Mitgesellschafter über ein konkretes Angebot geführt worden sind. […] Bei einem Schlichtungsgespräch vor zwei Tagen wurde sich nochmals über diese Möglichkeiten unterhalten. Zu keiner Zeit war dort die Rede davon, dass die Energy Consulting Europe GmbH ihre Anteile nicht mehr abgeben möchte.“

Gegenüber unserer Redaktion sagt Matthias Roos: „Die aktuellen Gesellschafter überlegen, gerichtlich gegen die einstweilige Verfügung vorzugehen und sie glauben, dass sie dort gute Erfolgsaussichten haben.“ Dass der Energy Consulting die Anteile entzogen werden, sei laut Roos noch immer „eine Möglichkeit, die wir uns offen halten.“ Im Schreiben der Energy Consulting ist auch davon die Rede, dass Roos bei einem Treffen in dieser Woche angeboten hat, sein Amt nieder zu legen und von seiner Tätigkeit als Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Roos wollte darauf nicht genauer eingehen, sagt jedoch: „Fakt ist, dass ich wenig Interesse daran habe, mit der Energy Consulting zusammenzuarbeiten und in diesem Szenario nicht zur Verfügung stehen werde.“