Krefeld Pinguine: Trainer Brandon Reid lobt das Innenleben seines Teams

Eishockey : Reid lobt die Moral der Pinguine

Der Eishockey-Erstligist trifft am Wochenende beim Turnier in Heerenveen zunächst auf Bremerhaven. Cundari nicht schwerer verletzt.

15 Tage sind es noch, ehe die Krefeld Pinguine in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder um Punkte kämpfen. Derzeit hangelt sich die Mannschaft von Trainer Brandon Reid von Vorbereitungsturnier zu Vorbereitungsturnier. Nach den beiden Siegen zuletzt gegen HC Litvinov und die Eislöwen Dresden fahren die Krefelder am Wochenende nach Heerenveen. Am Samstagabend treffen sie in der Niederlande zunächst auf den Ligakonkurrenten aus Bremerhaven  — ein unbequemer Gegner, wie die Pinguine in den vergangenen Spielen immer wieder erfahren mussten. Einfaches Hockey, hohe Aggressivität. In einem möglichen Finale wären dann die Tilburg Trappers oder die Iserlohn Roosters der Gegner.

In der Defensive sieht der
Trainer noch Steigerungspotential

Ein Lob hat Trainer Reid in diesen Tagen für seine Stürmer Chad Costello und Vincent Saponari parat. Beide machten ihre Aufgabe in der Offensive gut. In der Defensive möchte der Pinguine-Trainer jedoch in Heerenveen noch eine Steigerung sehen. Seine jungen Spieler bräuchten „Spiele, Spiele, Spiele.“ Reid meint: „Wir wollen in unserem Drittel noch aggressiver sein, noch mehr Aktivität zeigen.“
Die frühen Gegentore beim Turnier in Dresden entschuldigt der Trainer mit einer noch mangelnden Fokussierung einzelner Spieler. „Das wird in der Saison so nicht mehr passieren.“ Zudem sagt der Sportdirektor Matthias Roos: „Die Vorbereitung ist zum Testen da. Da ist man noch für Fehler dankbar, die man dann im Video zeigen kann. Wenn alles perfekt läuft, hat man meistens zu Saisonbeginn Probleme.“ Reid klingt nicht wie einer, der Alarmsignale sendet. Er hat einen guten Eindruck vom Innenleben der Mannschaft: „Es ist eine gute Moral in der Gruppe. Die Chemie ist gut.“ Die Testphase sei eben auch eine Zeit des Einstudierens: „Wir lernen jetzt, wie wir spielen möchten.“

Das wird auf lange Sicht auch wichtig sein. Die Hoffnung lebt, endlich mal wieder eine Rolle um die Play-offs zu spielen. Auf dem Papier gehören die Pinguine seit Jahren eher zu den Außenseitern. Und die Konkurrenz sei stärker geworden. Trainer Reid glaubt an einen noch härteren Wettkampf innerhalb der Liga in der kommenden Saison: „Jedes Team ist besser geworden. Die Liga wird noch stärker sein.“ Der Kanadier lobte auf einem Fantreffen in der Vorwoche die Verstärkungen für die eigene Mannschaft: „Wir haben hungrige Spieler bekommen. Wir haben eine Kultur geschaffen. Die Alten sollen den Neuzugängen den Weg weisen.“ Dafür hat der 38-Jährige nachjustiert: Am Forechecking, an der Aggressivität. Reid will noch aktiver spielen lassen: „Wir brauchen mehr Tore“, sagt er. Kopfnicken im Publikum. Reid macht Mut. Die Defensive sei insgesamt stärker geworden: „Die Verteidiger sind bereit, die Play-offs zu erreichen.“

Dass auch junge Spieler aus der eigenen Talentschmiede des Krefelder EV Aufstiegschancen in die Profimannschaft haben können, glaubt auch Reid, macht aber Einschränkungen: „Die Spieler aus der U23 sind nah dran an den Pinguinen. Wir haben aber jetzt eine starke Mannschaft. Es wird schwer für Leute aus der U23, aber es gibt eine Chance.“ U23-Trainer Elmar Schmitz rechnet damit, jedes Jahr etwa zwei bis drei Spieler nach oben geben zu können: „Die Kooperation mit den Pinguinen ist hervorragend.“ Auf etwa 4500 Zuschauern im Durchschnitt hoffen die Verantwortlichen um Roos über die Saison gesehen.

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