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Krefeld Pinguine: So reagieren der DEL-Klub, Sponsoren und Fans

Eishockey : Krefeld Pinguine: Die Reaktionen auf die denkwürdige Gesellschafterversammlung

Wie geht es mit dem Eishockey-Klub weiter? Ein Geldgeber zieht die Reißleine, auch das Fanprojekt und eine Legende äußern sich.

Auch einen Tag nach der Gesellschafterversammlung bleibt die Zukunft der Krefeld Pinguine weiter offen. Das Angebot der Energy Consulting an die Pinguine vom Donnerstag hat hohe Wellen geschlagen und für bundesweite Aufmerksamkeit in der Eishockey-Szene gesorgt. Derzeit ist noch offen, wie die Pinguine mit dem Angebot umgehen. Man wolle sich weiter alle Optionen offen halten, bestätigte Geschäftsführer Matthias Roos.

So gab es am Freitagmittag ein Gespräch zwischen den Beteiligten, an dem auch Detlef Hauffe teilnahm. Der Unternehmer erklärte sich im vorliegenden Angebot bereit, die Anteile der Schulz Holding zu übernehmen und mit einer Gruppe von Unterstützern die Zukunft des Krefelder Eishockeys sichern zu wollen. Mit seiner Firma Hauffe & Müller ist der 70-jährige Unternehmer in der Stahlindustrie tätig, besitzt zudem das Restaurant Korff an der Kölner Straße. Dort ist auch der Hauptsitz seiner Stahlfirma.

Detlef Hauffe will die Anteile der Schulz Holding kaufen. Foto: WZ/NABU Krefeld/Viersen/Sandra Joppen-Hellwig

Auch in der Krefelder Sportszene ist Hauffe kein unbeschriebenes Blatt. Bis ins Jahr 2013 saß er im Verwaltungsrat des KFC Uerdingen und hat den Fußballklub auch als Sponsor unterstützt. Bei den Pinguinen besitzt Hauffe Business-Sitze. Ob er nun als Hauptanteilseigner der Krefeld Pinguine einsteigt, hängt davon ab, wie der Eishockeyverein mit dem Angebot umgeht. Roos sagte: „Wolfgang Schulz hat die Bereitschaft, seine Anteile abzugeben. Dafür braucht es aber eine nachhaltige Lösung und deswegen werden derzeit weitere Gespräche geführt.“ Ob noch dieses Wochenende eine Entscheidung fallen wird, wollte Roos nicht beantworten: „Solch eine Entscheidung fällt nicht von heute auf morgen“, sagte der Pinguine-Geschäftsführer, dessen eigene Zukunft ebenfalls am seidenen Faden hängt.

Gesellschafter Wellen
beendet Zusammenarbeit

Derweil meldete sich am Freitag auch einer der aktuellen Gesellschafter zu Wort. Über seine Firma „Rondo Food“, kündigte Geschäftsführer Dirk Wellen an, die Zusammenarbeit mit den Krefeld Pinguinen aufgrund der Verhaltensweise „eines Hauptgesellschafters“ zunächst zu stoppen. So heißt es in einer Mitteilung: „Das aktuelle Verhalten eines Hauptgesellschafters steht im krassen Widerspruch zu den Werten, die Rondo Food im Umgang mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern wichtig sind: Fairness, Seriosität, Verlässlichkeit. Wir haben deshalb entschieden, diese Kooperation bis auf Weiteres einzustellen.“

Auch das Fanprojekt Krefeld äußerte sich über die Social-Media-Plattform Facebook, sprach von einer „undurchsichtigen und schwerlich nachvollziehbaren“ Vorgehensweise und warf die Frage auf, ob es noch um den tatsächlichen Sport oder nicht um „Machtspiele und Geldgewinnung“ gehe.

Im Rahmen der Auslosung zum Benefizturnier für den Krefelder Zoo sprach auch die Krefelder Eishockey-Legende Christian Ehrhoff über die Situation und zeigte sich ebenfalls über die Lage des KEV schwer beunruhigt. „Es ist keine einfache Situation. Der KEV ist das Krefelder Aushängeschild. Ich weiß nicht, ob sich alle Beteiligten über den Ernst der Lage im Klaren sind. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“