Krefeld Pinguine: Schwache Defensive kostet DEL-Team Punkte

Eishockey : Schwache Defensive kostet Krefeld Pinguine die Punkte

Beim 4:5 gegen Nürnberg spielen die Krefeld Pinguine gut, konnten sich wegen Fehler in der Abwehr aber nicht belohnen – wieder einmal.

Es war mal wieder eine vermeidbare Niederlage gewesen. Das 4:5 gegen die Nürnberg Ice Tigers vom Donnerstagabend reiht sich eine ganze Riege an Pleiten an, die in dieser Saison das Wort „unnötig“ am besten beschreibt. Die Pinguine spielten gut, konnten sich aber für die erneut ansprechende Leistung nicht belohnen. Dreimal führte die Mannschaft von Trainer Brandon Reid, dreimal gab sie den Vorsprung aufgrund von haarsträubenden Fehlern in der Defensive wieder her.

Doch mit ein wenig Abstand, so zeigt sich, dass die Niederlage gegen Nürnberg die derzeitige sportliche Lage der Krefelder ziemlich genau widerspiegelt: Während es in der Offensive läuft, die Tore teilweise sehr schön herausgespielt werden und auch die Reihen drei und vier effektiv sind, so mangelt es in der Defensive. Die Pinguine machen schlichtweg zu viele Fehler in der Rückwärtsbewegung und nehmen sich so die Chance, konstant Spiele gewinnen zu können. Das sieht auch Trainer Reid, der nach dem Spiel sagte: „Aus meiner Sicht hatten wir heute eine gute Tiefe im Kader und hätten Punkte verdient. Aber man muss auf beiden Seiten der Eisfläche gut spielen. In einigen Momenten haben wir nicht die richtigen Entscheidungen getroffen.“

Sinnbildlich dafür stand gegen Nürnberg am Donnerstag Chad Costello. Der Top-Scorer der Liga steuerte in der Offensive wieder einmal ein Tor und einen Assist bei, stand aber auch bei den ersten drei Gegentoren auf dem Eis und sah bei den Toren eins und drei unglücklich aus. Auch die weiteren Tore waren vermeidbar, am Ende des Spiels musste der sonst überragende Vinny Saponari eine Strafe ziehen, die in solch einer Phase des Spiels auch nicht jeder Schiedsrichter pfeift. Doch der Unparteiische Jamie Koharski pfiff in den letzten Minuten einige 50/50-Entscheidungen zugunsten von Nürnberg und zog so den Unmut der 3264 Zuschauer in der Yayla-Arena auf sich. Patrick Reimer bedankte sich und traf in Überzahl zum Nürnberger Sieg, sagte nach dem Spiel aber auch: „Hut ab vor Krefeld. Sie haben uns heute alles abverlangt und der Sieg wäre auf beiden Seiten verdient gewesen.“

700 Pinguine-Fans wollen nach Köln fahren – auch zu Wasser

Dass ein gesetzter Verteidiger wie Mark Cundari aufgrund einer Oberkörperverletzung ausfiel und auch Sonntag fraglich ist, macht es nicht besser und zeigt auf, dass die Pinguine in der Defensive immer wieder ihre Probleme haben. Doch im Profi-Eishockey geht es für gewöhnlich Schlag auf Schlag und schon am Sonntag bietet sich die Chance etwas Zählbares aus Köln mitzunehmen.

Das Spiel (18 Uhr) in der Domstadt steht unter besonderen Voraussetzungen. Knapp 700 Fans werden die Pinguine unterstützen, rund die Hälfte davon fährt dabei auf dem Schiff den Rhein entlang. Nach dem Spiel wird die Mannschaft und das Trainerteam zusammen mit den Fans auf dem Schiff zurück nach Krefeld fahren, Reid sagt: „Ich freue mich darauf. Es ist immer schön, wenn man mit den Fans ins Gespräch kommt und ihre Sicht der Dinge geschildert bekommt. Mit einem Sieg würde das Ganze natürlich noch einmal mehr Spaß machen.“ Dabei dürfen sich die Fans auf ein spannendes Spiel einstellen. Drei der letzten vier Spiele gingen in die Verlängerung, in den letzten fünf Jahren haben die Krefelder immer mindestens ein Spiel in Köln gewonnen. Nahmen beide Teams an Allerheiligen eine Strafe noch in Kauf, so wird an diesem Totensonntag die Anfangszeit nicht nach vorne gelegt, das Spiel startet um 18 Uhr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung