Krefeld Pinguine: Reids letzte Chance heißt Düsseldorf

Eishockey : Reids letzte Chance heißt Düsseldorf

Der Trainer der Pinguine steht nach acht Niederlagen im Oktober mächtig unter Druck. Kai Hospelt hofft auf die Derby-Emotionen.

So richtig überzeugt scheint Trainer Brandon Reid nicht mehr zu sein, seine Spieler vor dem richtungsweisenden Derby gegen die Düsseldorfer EG in die Spur bringen zu können. Seine Einschätzung zur Lage klang schon ein Stück weit phrasenhaft. „Wir müssen als Gruppe hart arbeiten. Ingolstadt war für mich als Trainer schwer mit anzusehen. Freitag ist ein neues Spiel. Wir haben am Powerplay gearbeitet“, lauteten die Kernaussagen des Trainers, dem zehn Niederlagen aus den vergangenen elf Partien in den Knochen zu stecken scheinen. Auf die Frage, was nach dem Wochenende im Hinblick auf die Deutschland-Cup-Pause in der DEL folgen werde, sagte Reid lediglich: „Tja, das werden wir dann sehen. Vermutlich wissen wir es nach dem Spiel am Freitag.“

Analyse folgt nach den Spielen gegen Düsseldorf und Mannheim

Fakt ist: Bei den Pinguinen wird nach den Duellen gegen Düsseldorf (Fr., 16.30 Uhr) und in Mannheim (So., 14 Uhr) eine sportliche Analyse folgen. Es scheint als könnte Reid in diesem Szenario eigentlich nur verlieren. Selbst ein Sieg im Derby dürfte den lustlosen Auftritt gegen Ingolstadt nicht kaschieren können, geschweige denn die gesamte Niederlagenserie im Oktober. Trotz der schier aussichtslosen Situation will das Trainerteam, von dem bereits jetzt Co-Trainer Pierre Beaulieu die nötige Lizenz zum Coaching in der DEL besitzt, noch mal alles probieren, um in die Erfolgsspur zurückzufinden und stellt dabei Automatismen der vergangenen Wochen um.

So ging das Team am Dienstag und Mittwoch zweimal aufs Eis. Vor der gestrigen Vormittagseinheit folgte eine lange Besprechung in der Kabine. Irgendwie versucht Reid seinem Team wieder Zuversicht und Selbstvertrauen einzuimpfen. Dass das nicht einfach werden dürfte, zeigen aber auch Gespräche mit den Spielern, die wie Kapitän Torsten Ankert ratlos wirken über das derzeitige Tief. Co-Kapitän Kai Hospelt richtet den Blick nach vorne und hofft gegen Düsseldorf auch ein Stück weit auf die eigenen Fans. „Sie haben uns im Derby gegen Köln schon getragen, ich hoffe, dass sie uns auch am Freitag wieder so lautstark unterstützen werden.“

Die DEG kommt mit dem Rückenwind von elf Siegen

Mehr als 5000 Tickets sind vor dem Derby an Allerheiligen, mit der ungewöhnlichen Startzeit von 16.30 Uhr, bislang verkauft worden. Die Pinguine rechnen mit 6000 bis 7000 Fans. Sportlich wartet auf die Krefelder eine schwere Aufgabe. Die DEG liegt auf dem dritten Tabellenplatz und hat elf der vergangenen 13 Spiele gewonnen – darunter auch das erste Saisonduell gegen die Pinguine (2:1 nach Penaltyschießen). Die Landeshauptstädter haben mit 28 Gegentreffern die stärkste Abwehr der Liga und präsentieren sich auswärts besonders stark – am vergangenen Freitag gab es einen eindrucksvollen 6:0-Sieg in Bremerhaven. Kampfbetont aber vor allem diszipliniert sollten die Schwarz-Gelben die Begegnung angehen, denn zu viele Strafen sollten sie sich gegen das derzeit beste Überzahlspiel der Liga nicht erlauben.

Die Heimbilanz in den vergangenen Jahren gegen den rheinischen Rivalen ist ebenfalls negativ. Nur drei der vergangenen zehn Heimspiele konnten die Pinguine für sich entscheiden, darunter nur ein einziger Sieg nach 60 Minuten. Gerne werden sich die KEV-Fans fast genau ein Jahr zurückerinnern. Am 2. November 2018 siegten die Schwarz-Gelben mit 3:2 nach Verlängerung gegen die DEG. Den entscheidenden Treffer erzielte Greger Hanson. Der Schwede drehte sich dabei spektakulär um die eigene Achse und seinen Gegenspieler Bernhard Ebner herum und spitzelte den Puck anschließend auch an Mathias Niederberger vorbei zum umjubelten Siegtreffer ins Tor.

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