Krefeld Pinguine: Potentieller Geldgeber steigt aus Gesprächen aus

Krefeld Pinguine : Potentieller Geldgeber Ertürk steigt aus Gesprächen aus

Der SPD-Ratsherr legt seine Pläne zur Übernahme von Gesellschafteranteilen auf Eis.

Das Ziehen und Zerren um die Zukunft der Krefeld Pinguine nagt an denen, die es mit dem DEL-Klub halten: Fans, Spieler und Mitarbeiter. Und auch der erste potentielle Geldgeber für die Zukunft ist aus den Verhandlungen ausgestiegen. SPD-Ratsherr Mustafa Ertürk teilte unserer Redaktion am Dienstag mit, dass er aktuell keine Gespräche mehr mit den Verantwortlichen der Pinguine führe und demnach auch nicht mehr als möglicher Käufer von Gesellschafteranteilen zur Verfügung stehe. „Ich hätte dem Krefelder Eishockey gerne in einer schwierigen Situation geholfen. Aber bis heute gab es vom Verein keine Rückmeldung zu Unterlagen, die ich für zukünftige Planungen benötigt hätte.“

Städtische Töchter sollten Sponsoring für drei Jahre zusagen

Zudem sei er, so teilt Ertürk mit, enttäuscht darüber gewesen, dass Pinguine-Hauptanteilseigner Wolfgang Schulz seinen Namen in einem Zeitungsbericht trotz einer ausgemachten Verschwiegenheit zu den aktuellen Verhandlungen genannt hätte. „Deshalb bin ich schon vor einigen Tagen aus den Gesprächen ausgestiegen. Das heißt aber nicht, dass ich in Zukunft nicht zur Verfügung stehe, wenn Hilfe gebraucht wird. Aktuell ist das Thema aber keins mehr für mich“, sagt Ertürk.

Nach WZ-Informationen hatte Ertürk von der Stadt ebenfalls Zusagen erbeten, um die finanzielle Zukunft der Pinguine mindestens für drei Jahre absichern zu können. Dazu sollten die Städtischen Töchter (SWK, Sparkasse und Wohnstätte) ihre Zuwendungen für einen Zeitraum von mindestens drei Spielzeiten geben und gleichzeitig ihr Sponsoring erhöhen.

Bei den Pinguinen nimmt man die Absage des SPD-Ratsherrn, der auch Verwaltungsratsmitglied des KFC Uerdingen ist, zur Kenntnis. Mehr aber auch nicht. „Ich weiß, dass es seit geraumer Zeit keine Rückmeldung mehr von Herrn Ertürk gegeben hat, dementsprechend scheint sein Interesse nicht mehr vorhanden zu sein“, sagt Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos.

Im Hinblick auf die zukunftsweisende Gesellschafterversammlung am kommenden Donnerstag will der Geschäftsführer keine Wasserstandsmeldungen abgeben. „Wir haben Stillschweigen vereinbart“, erklärt Roos. Wir, das ist auf der einen Seite der Verein und auf der anderen Seite Mikhail Ponomarev, der in den Verhandlungen von Anwalt Wolfgang Peters vertreten wird. In den vergangenen Tagen wurden Dokumente ausgetauscht, erste Angebote auf beiden Seiten zu einer außergerichtlichen Einigung wurden abgegeben. Nach WZ-Informationen gibt es aber auch einen Tag vor der Sitzung noch keinen Durchbruch.

Krefeld Pinguinen fehlen aktuell 1,1 Millionen Euro

So scheint alles auf einen wahren Showdown bei der Gesellschafterversammlung am Donnerstag herauszulaufen. Die Pinguine benötigen nach WZ-Informationen rund 1,1 Millionen Euro um die aktuelle Saison beenden und gleichzeitig eine Sicherheitsleistung für die DEL-Saison 2020/21 hinterlegen zu können. Darüber hinaus will der Verein eine neue Gesellschafterstruktur schaffen. Neben dem Verkauf der Anteile der Hauptanteilseigner Wolfgang Schulz und Mikhail Ponomarev steht auch eine Kapitalerhöhung um 750 000 Euro im Raum. In einer ersten Sitzung in der vergangenen Woche hatten sich die Verhandlungsparteien vertagt.

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