Krefeld Pinguine müssen in Bremerhaven gewinnen

Eishockey : Das Schlüsselspiel in Bremerhaven

Matthias Roos, Sportdirektor der Pinguine, ist überzeugt: „Gewinnen wir, kommen wir in die Play-offs.“

Bremerhaven, Straubing, Düsseldorf, Augsburg – in den Duellen gegen diese Gegner wird sich für die Krefeld Pinguine in den nächsten neun Tagen alles entscheiden. Darf die Mannschaft von Trainer Brandon Reid doch noch an der Endrunde der deutschen Meisterschaft teilnehmen? Oder werden die Krefelder wieder nach der Hauptrunde in den vorgezogenen Urlaub aufbrechen?

So, wie es in den vergangenen drei Spielzeiten schon der Fall gewesen war. Es geht jetzt um alles oder nichts für die Pinguine in den vier letzten Spielen der Hauptrunde, angefangen am Freitagabend in Bremerhaven, gegen den Namensvetter Fishtown Pinguins.

Pinguine sind seit zehn Spielen sieglos gegen Bremerhaven

Sportdirektor Matthias Roos sagt unmissverständlich: „Wenn wir in Bremerhaven gewinnen, kommen wir in die Play-offs. Das ist das Schlüsselspiel.“ Was er meint – mit drei Punkten aus Bremerhaven würde der Druck auf die Konkurrenten aus Nürnberg und Berlin steigen. Roos: „Die Mannschaft ist fokussiert. Wir haben gegen den Meister gewonnen, unsere Serie von zehn verlorenen Heimspielen beenden. Wenn uns das jetzt in Bremerhaven auch gelingt, schaffen wir die Play-offs.“ Die Pinguine sind seit zehn Spielen sieglos gegen die Norddeutschen. Um die Chance wahrzunehmen und ernsthaft anzugehen, reiste das Team bereits am Donnerstag nach Bremerhaven. Üblicherweise ist Bremerhaven ansonsten ein Tagesausflug – früh am Spieltag anreisen, nach dem Spiel nach Hause. Nun wird übernachtet, am Freitag früh vor Ort trainiert. Die Entscheidung es so zu handhaben, war gleich nach dem Sieg gegen Meister München gefallen.

Am Sonntag kommen dann die Straubing Tigers in die Yayla-Arena, am 1. März geht es zum Derby nach Düsseldorf, am Karnevalssonntag folgt das Heimspiel gegen die Augsburger Panther. Es soll in diesem Spiel noch um etwas gehen, so hofft Roos, das Ziel nicht schon verpasst worden sein. „Wir müssen jedes Spiel gewinnen“, sagt Brandon Reid.

Eine klare und einfache Botschaft. Es gibt nur noch eines: Visier herunterklappen, den Kampf annehmen und schauen, was noch möglich ist. Oder, ob die Konkurrenten Berlin und Nürnberg, die einen Vorsprung von vier und sechs Punkten auf die Krefelder haben, noch einmal Schwächen zeigen.

Trainer Brandon Reid: „Wir müssen schlaues Hockey spielen“

Sollte es mit einem Sieg in Bremerhaven etwas werden und die Hoffnung weiterleben, dann setzen die Macher bei den Pinguinen auf ein volles Haus am Sonntag im Heimspiel um 14 Uhr gegen Straubing.

Trainer Reid warnt vor den Eigenarten des Gegners, der oft einen Spieler aus der Defensivarbeit befreit und diesen an der roten Mittellinie postiert. Hohes Risiko, was aber auch bei Puckgewinnen gute Konterchancen bietet. „Wir wollen die Risikofreude des Gegners für uns nutzen“, sagt Roos.

Reids Erwartungen an die eigene Mannschaft sind hoch: „Wir müssen schlaues Hockey spielen, mit viel Disziplin und guten Special Teams. Bremerhaven und Straubing haben ein gutes Überzahlspiel, sie sind ähnlich strukturiert. Wir müssen es in der Verteidigung meistern.“ Bremerhaven besitzt mit 18,9 Prozent die drittbeste Überzahlquote der DEL. Die Pinguine haben schon 40 Treffer in Unterzahl kassiert, der viertschlechteste Wert.

Die Krefelder werden auch in ihren vier Endspielen wieder ihre Parademänner wie Daniel Pietta, Chad Costello und Jacob Berglund in Szene setzen müssen. Keine Mannschaft hat mehr Spieler unter den besten Scorern ligaweit. Es wäre also ziemlich unglücklich, wenn ausgerechnet diese Topspieler dann zuschauen müssten, wenn es um den Titel und die Ehre geht: in den Play-offs im März.

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