Krefeld Pinguine: Martin Schymainski malocht fürs Comeback

Krefeld Pinguine : Schymmi malocht fürs Comeback

Der Fanliebling wagt nach seinem Achillessehnenriss erste Gehversuche auf dem Eis. Rückkehr wohl im Januar.

Die Sport-Klamotten hatte Martin Schymainski schon an. T-Shirt und Hose sitzen, der Rest der Eishockey-Ausrüstung lag noch in der Kabine. Während seine Kollegen auf dem Eis das Mannschaftstraining absolvieren kommt „Schymmi“ noch schnell aus der Kabine, begrüßt die einigen Wenigen, die sich das Training von hinter der Bande anschauen. Immer gut gelaunt, immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Nach einem kurzen Plausch verschwindet er in der Kabine, „jetzt wird wieder malocht“, sagt der gebürtige Duisburger in seiner gewohnten Art.

Schwere Verletzung bei
Fußball-Hobbyturnier

Mit der Mannschaft auf dem Eis stehen kann der 33-Jährige nach seinem Abriss an der Achillessehne noch nicht. Vor rund drei Monaten verletzte sich Schymainski bei einem Fußball-Hobbyturnier. Ohne Einwirkung des Gegners zog es im Vollsprint plötzlich rein. Die Diagnose war ein Schlag ins Gesicht. „An dem Tag als es passiert ist, war ich wirklich ganz unten. Da läuft einem alles ab vor der Augen und man denkt, die Saison ist vorbei. Das waren echt harte Tage“, sagt Schymainski. Doch den Kopf in den Sand stecken kam für ihn nie infrage. Nur fünf Tage nach der OP legte er los, arbeitete zu Hause, bei den Physios, machte das, was er eben machen konnte.

Nach langer Reha und viel Krafttraining steht der Stürmer drei Monate später nun schon wieder auf dem Eis, trainiert individuell. Schneller als gedacht, wie Schymainski selber sagt: „Bis jetzt war alles überragend und die Ärzte sind zufrieden.“ Doch so eine Verletzung dauert eben. Außerhalb des Eises sei er derzeit zwar schon „fit wie immer“, doch um auch wirklich konkurrenzfähig auf dem Eis zustehen fehlen ihm nach eigener Aussage noch rund 50 Prozent. Rund sechs Monate plante er in Absprache mit den Ärzten, bis er wieder vollständig in Form ist. Der Januar als Comeback-Monat ist auch jetzt noch das Ziel, auch wenn er insgeheim hofft, dass es vielleicht sogar schon etwas früher wieder geht. Gerade jetzt, in einer für den gesamten Verein nicht einfachen Situation, brennt es dem langjährigen Pinguin unter den Nägeln. Doch „Schymmi“ ist Profi genug, um seine Lage einzuschätzen, sagt: „Mein Spiel besteht aus Kampf und harter Arbeit und wenn das alles noch nicht bei 100 Prozent ist, bin ich selber ehrlich genug zu mir und nehme mir noch ein oder zwei Wochen mehr Zeit.“ Eine Eingewöhnungszeit braucht es ohnehin nicht: „Ich war jeden Tag in der Eishalle, war jeden Tag bei den Jungs und kenne das gesamte Umfeld sehr gut. Ich fühle mich gerade genauso, als hätte ich alle Spiele schon mitgespielt“, sagt der Angreifer, der sich selber als ein Spieler bezeichnet, der weiß, wo das Tor steht: „Ich weiß, dass ich Tore schießen kann und von diesen Spielern brauchen wir ein paar.“

Wo genau der Trainer ihn hinstellt, darüber macht sich Schymainski noch keine Gedanken. „Ich weiß nur, wenn ich zurückkomme, werde ich alles dafür tun, um Spiele zu gewinnen.“ Bis dahin wird weiter malocht.

Mehr von Westdeutsche Zeitung