Krefelder Eishockey-Verein Gesellschafterversammlung der Pinguine: Keine Einigung, aber Hoffnungsschimmer

Die Zitterpartie rund um die Krefeld Pinguine geht weiter. Die Energy Consulting Europe GmbH stimmte einer Kapitalerhöhung nicht zu. Ein aktueller Gesellschafter soll aber bereit sein, die Anteile zu übernehmen.

 Sportdirektor Matthias Roos kündigte an, dass es Anfang Januar erneut ein Treffen der Gesellschafter geben soll.

Sportdirektor Matthias Roos kündigte an, dass es Anfang Januar erneut ein Treffen der Gesellschafter geben soll.

Foto: City-Press GbR/City-Press

Wie erwartet kam es bei der Gesellschafterversammlung am Montagabend zu keiner Einigung zwischen den Pinguinen und der Energy Consulting Europe GmbH, die in Form von Anwalt Wolfgang Peters schon vor der Eröffnung erklärt hatte, einer geplanten Stammkapitalerhöhung nicht zuzustimmen.

Gegenüber unserer Redaktion begründete Peters das Vorgehen und gab an, keinen Vertrag unterzeichnen zu wollen, bei dem er nicht wüsste, wer der neue Gesellschafter wird. Dieser wollte auch am Montagabend geheim bleiben, ließ sich jedoch von einem Rechtsanwalt vertreten, der sich den übrigen Gesellschaften vorgestellt hatte. Damit befanden sich beide Seiten in einer Pattsituation.

Dennoch ist die Hoffnung auf eine Rettung der Pinguine nicht verloren. Ein aktueller Gesellschafter, der ebenfalls nicht an die Öffentlichkeit möchte, hatte sich dazu bereit erklärt, die Anteile der Energy Consulting Europe GmbH zum Nennwert von 345 000 Euro übernehmen zu wollen. Es folgte ein Gespräch zwischen ihm, Peters und Pinguine-Sportdirektor Matthias Roos. In den kommenden Tagen soll ein weiterer Austausch folgen.

Roos kündigte zudem an, für eine neue Gesellschafterversammlung Anfang Januar einzuladen. Dort steht unter anderem die Einziehung sämtlicher Geschäftsanteile der Energy Consulting Europe GmbH sowie die Bar-Kapitalerhöhung um 750 000 Euro auf der Tagesordnung. Sollte es zuvor zu einer Einigung zwischen dem aktuellen Gesellschafter und der Energy Consulting kommen, so würde die Einziehung von der Tagesordnung gestrichen werden.

Roos sagt: „Es zieht sich natürlich weiter und mit jedem Tag, an dem es keine Einigung gibt, verlieren wir wichtige Zeit. Es geht jedem, der es mit dem Krefelder Eishockey hält an die Nerven und ist extrem zermürbend.“ In den vergangenen Wochen hatte es zwischen den Pinguinen und der Energy Consulting Europa GmbH trotz nach einer außen hin kommunizierten Einigkeit, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, gegenseitige Schuldzuweisungen gegeben. Kern des Streits ist die Frage, ob und welcher Höhe die Energy Consulting Europe GmbH, in der Mikhail Ponomarev bis Mitte Oktober noch als Geschäftsführer eingetragen war, finanzielle Zusagen in der Vergangenheit nicht eingehalten hat und demnach dem Verein gegenüber Schulden gemacht hat.

Geschäftsführer Matthias Roos hatte öffentlich angegeben, dass namentlich Mikhail Ponomarev als Geschäftsführer der Energy Consulting Europe GmbH dem Verein finanzielle Zusagen gemacht hätte, die bis heute nicht eingehalten wurden. Es soll sich um rund eine Million Euro handeln, die die Gesellschafterin dem Verein nicht zur Verfügung gestellt haben soll. Mikhail Ponomarev bestreitet die Anschuldigungen des DEL-Klubs und gab seinerseits an, von den Pinguingen getäuscht worden zu sein, was die finanzielle Lage des Vereins angehe.

Nach Informationen unserer Redaktion soll die Energy Consulting Europa GmbH, der Mikhail Ponomarev trotz seines Rückzugs als Geschäftsführer in den Verhandlungen mit den Pinguinen immer noch beratend zur Seite steht, bereit gewesen sein, ihre Anteile an der Krefeld Pinguine GmbH zum Nennwert von 345 000 Euro zu verkaufen – und gleichzeitig auf eine Rückforderung von 100 000 Euro für die Jugendabteilung des KEV81 zu verzichten. Jedoch nur mit der Bedingung, dass der Verein keine weiteren Ansprüche an die Gesellschafterin stellt.

Konkret bedeutet dies: Alle weiteren in wie auch immer getätigten finanziellen Zusagen sollen nichtig sein. Ein Rechtsstreit, den Matthias Roos durchaus anstrebt, wäre damit schon von vornherein vom Tisch. Das Finanzloch, das die Energy Consulting Europe GmbH verursacht haben soll, bestünde weiterhin und könnte nur durch die angestrebte Stammkapitalerhöhung um 750 000 Euro zu einem Großteil geschlossen werden.