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Krefeld Pinguine: Johansson-Transfer war erst der Anfang

Eishockey : Die Folgen des Johansson-Transfers

Die Krefeld Pinguine haben ein Brüderpaar aus den USA verpflichtet. Nach dem Transfer von Jonas Johansson stellt sich damit die Frage: Was wird aus den bisherigen Kaderspielern?

Nach der Verpflichtung von Jonas Johansson für den Magenta-Cup scheint die Zukunft von Sergei Belov beim DEL-Club ungewiss. Als die Krefeld Pinguine am 18. August die Verpflichtung von Belov – und gleichzeitig den Abgang von Publikumsliebling Oskar Östlund – verkündeten, gab es vor allem aus dem Fanlager der Schwarz-Gelben viel Kritik. Die Entscheidung von Roger Nicholas und Sergej Saveljev fand wenig Verständnis, denn seit mittlerweile zwei Jahren hat der Russe kein Pflichtspiel bestritten und zuvor in der zweitklassigen russischen Liga VHL, in der er kein Stammtorhüter war, nur durchschnittliche Leistungen gezeigt.

Immerhin sechs Spiele bestritt er in die NHL für die Buffalo Sabres

Mit dem Magenta-Cup hätte Belov in sechs Spielen gegen Ligakonkurrenten wichtige Spielpraxis sammeln können. Nun bekommt er mit Johansson, der als Nummer eins ins Turnier gehen wird, einen Torhüter mit NHL-Potenzial vor die Nase gesetzt, der aber nach dem Turnier die Schwarz-Gelben wieder verlassen wird. Möglicherweise haben die Pinguine um Chefcoach Glen Hanlon schon nach wenigen Trainingstagen erkannt, dass sie mit Belov nicht das gewünschte Defensivsystem von Hanlon im Liga-Alltag umsetzen können. Die Pinguine betonen den Mehrwert eines Spielers der Klasse von Johansson für das Turnier. Doch aus sportlicher Sicht haben sie keinen Mehrwert für die neue Saison, wenn zu diesem Zeitpunkt Johansson wieder in Nordamerika weilen und bei einem Verbleib Belovs in Krefeld dem Russen weiterhin die Spielpraxis fehlen wird. Dass die Krefelder mit Belov als Stammtorhüter in die Spielzeit starten scheint immer unwahrscheinlicher.

Johansson hat sich in den vergangenen Jahren in Nordamerika konstant weiterentwickelt. 2014 sicherten sich die Buffalo Sabres die Rechte am 1,96 Meter großen Schlussmann. Nachdem die Saison 2016/17 in Schweden abgeschlossen war, wagte Johansson den Sprung über den Atlantik und absolvierte noch sieben Spiele für die Rochester Americans, dem Farmteam der Sabres in der American Hockey League (AHL). Die beiden Folgejahre verbrachte er überwiegend in Cincinnatti in der klassentieferen ECHL – es reichte nur für wenige Spiele in Rochester. Doch in der vergangenen Saison entwickelte sich Johansson zum besten Schlussmann in Rochester und zu einem der besten Torhüter der gesamten AHL.

Der Schwede wurde daraufhin erstmalig ins NHL-Team nach Buffalo berufen. Begünstigt durch eine Verletzung von Stammtorhüter Linus Ullmark, der 18 Spiele verpasste, und schwacher Leistungen von Ersatzmann Carter Hutton, kam Johansson in sechs Spielen zum Einsatz. Die Sabres werden mit dem Duo Ullmark/Hutton auch in die neue Saison gehen. Das Ziel von Johansson wird sein, Hutton, der im Dezember 35 Jahre alt wird, als Nummer zwei zu verdrängen. Dies wird einer der Gründe gewesen sein, warum er am 7. Oktober einen neuen Ein-Jahres-Vertrag bei den Sabres unterzeichnet hat. Der Schwede erfüllt alle Ansprüche eines modernen Torhüters.

Mit 1,96 Meter Körpergröße füllt er viel Fläche des Tores aus, ist aber trotzdem schnell auf seinen Schlittschuhen unterwegs. Johanssons ruhiger Stil wird oft mit seinem Landsmann Henrik Lundqvist verglichen – tief im eigenen Tor, verkürzt dadurch nur wenig die Winkel, kann sich aber auf sein Positionsspiel verlassen. Der 25-jährige kommt nur selten aus dem Tor um den Puck zu spielen. Bei Schüssen deckt er den unteren Teil des Tores sehr gut ab. Zu den weiteren Stärken zählt seine reaktionsschnelle Fanghand. Zu den Schwächen gehören Abpraller nach Schüssen, die häufig in der Gefahrenzone landen.