Krefeld Pinguine - Jetzt geht es um alles oder nichts

DEL : Für die Krefeld Pinguine geht es jetzt um alles oder nichts

Für die Pinguine geht es um alles oder nichts im Saisonfinale. Donnerstag kommt Wolfsburg, Sonntag geht es nach Berlin.

Matthias Roos hat am Donnerstag eine kleine, nette Anekdote erzählt. Sie handelt von seinem Job als Sportdirektor bei den Krefeld Pinguinen in einer schwierigen Phase. Als er sich kürzlich bei einem Heimspiel auf den Weg in den Businessclub machen wollte um dort Gespräche zu führen, musste er sich dafür deutlich mehr Zeit nehmen als üblich. Seinem Ziel näherte er sich nur langsam. Es dauerte und dauerte, denn viele Menschen wollten von ihm etwas wissen.

Besorgte Leute traten ihm immer wieder entgegen, erhofften sich vom 38-Jährigen erhellende Antworten auf die Frage, die diese sportliche Krise mit nunmehr acht Niederlagen in Folge aufwirft: Wie konnte das eigentlich passieren, dass die Mannschaft einen komfortablen Vorsprung von 13 Punkten Anfang Januar auf Rang elf verspielte und mittlerweile sogar fünf Zähler Rückstand auf den Play-off-Platz zehn hat? „Es gab in den vergangenen Wochen viel Kritik an uns. Ich musste viele Fragen beantworten“, sagte Roos.

Die aufgeregte Fanseele wieder zu befrieden, das ist die Aufgabe der Mannschaft in den restlichen sieben Begegnungen, in denen es für die Krefelder um alles oder nichts geht im Kampf um die Play-offs.

Alex Trivellato: „Jetzt ist es
nur noch Kopfsache“

Am Donnerstag empfangen die Pinguine den Tabellenvorletzten Grizzlys Wolfsburg in der Yayla-Arena. Am Sonntag geht es zu den Eisbären nach Berlin. Gegen die Hauptstädter landeten die Krefelder ihren letzten Sieg in der Deutschen Eishockey Liga, am 6. Januar mit 6:2. Seitdem gab es keinen einzigen Punkt mehr für die Mannschaft von Trainer Brandon Reid. „Wir müssen jetzt komplett auf uns schauen“, sagt der Südtiroler und Verteidiger Alex Trivellato, der am Dienstag seinen Vertrag bei den Krefeldern um ein Jahr verlängert hatte und am Wochenende mit der italienischen Nationalmannschaft unterwegs war: „Jetzt ist es nur noch Kopfsache, jetzt zählt nur noch der Wille.“

Wenn es für die Krefelder ganz schlecht läuft an diesem Wochenende, könnte der Zug Richtung Play-offs schon so gut wie abgefahren sein. Auch die Berliner befinden sich jedoch in einer ähnlich schwachen Phase wie die Pinguine. „Wir müssen gut ins Spiel kommen, das Momentum auf unsere Seite bringen“, sagt Matthias Roos: „Wir sind jetzt der Jäger.“ Die schlechten Erlebnisse gilt es auszublenden.

Bei der 1:3-Niederlage jüngst gegen die Kölner Haie erspielten sich die Krefelder ein Chancenplus. 16 Einschussgelegenheiten boten sich ihnen gegen die Haie. „Wir haben alles Mögliche ausprobiert. Wir müssen jetzt in den Köpfen klar sein, wir müssen gewinnen“, sagt Trainer Brandon Reid, der von seinen Führungsspielern mehr Leistung erwartet als zuletzt: „Die besten Spieler müssen auf dem Eis die besten Spieler sein.“ Berlin ist für den Kanadier jetzt noch kein Thema: „Wir denken nicht daran, ob wir sechs Punkte holen. Es zählt erst einmal die Aufgabe jetzt. Wir sind vorbereitet.“ Die Spieler hatten am Wochenende ein paar Tage frei. Energie sammeln für den Endspurt. Roos: „Wir müssen die Abwärtsspirale beenden. Das setzt neue Kräfte frei.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung