Krefeld Pinguine im Schluff gesichtet

Krefeld Pinguine im Schluff gesichtet

Auf der Ferienfahrt der Lebenshilfe Krefeld holten sich Fans eine Unterschrift von vier Eishockey-Profis.

Mit zwei Tassen Kaffee kommt James Bettauer in das Zugabteil hinein. Leicht gebückt richtet sich sein Blick auf seine Hände. Der US-Amerikaner will bloß nichts verschütten, im Schluff kann es auch mal ganz schön wackeln. Am Tisch in der Mitte des Waggons freut sich schon sein Mitspieler Garrett Noonan auf den Kaffee. Erst recht, als die Tasse nach einem Balancierakt dann heil bei ihm ankommt. Zusammen mit Phillip Bruggisser und Alex Trivellato haben die Spieler der Krefeld Pinguine gerade fleißig Autogramme geschrieben und für Fotos posiert. Das Quartett war der Einladung der Lebenshilfe Krefeld gefolgt, die in diesen Sommerferien die Schluff-Fahrten zwischen St. Tönis und dem Hülser Berg mit besonderen Aktionen attraktiv gestalten.

Nach einer Mal- und Luftballonaktion in den ersten Ferienwochen stand nun eine Autogrammstunde mit den Eishockey-Profis auf dem Programmplan. Projektkoordinatorin Silvia Ebbinghaus sagt: „Wir planen solche Aktionen schon seit einigen Jahren und wollen unseren Leuten und Bewohnern damit auch immer ein Highlight bieten.“ Seit Mai 2018 hat die Lebenshilfe die gesamte Organisation des Bistrowagens im Schluff übernommen. Bei jeder der insgesamt 14 Fahrten, die von der Lebenshilfe begleitet werden, übernehmen vier bis sechs Bewohner samt ihrer Betreuer ehrenamtlich die Bewirtung. „Viele der Wohngruppen, die von der Lebenshilfe betreut werden, seien dabei unglaublich sportbegeistert“, sagt Ebbinghaus, und: „Für die Truppe heute ist es der Höhepunkt der ganzen Ferien. Wenn sie die Möglichkeit hätten, würden sie wahrscheinlich jedes Spiel besuchen.“

Kaum sitzen die Pinguine-Spieler auf ihren Plätzen, machen sich Michael Trunke und Georg Mötter auf den Weg. Die beiden sind Teil der Wohngruppe am Hülser Herrenweg, die an diesem Tag den Barwagen im Schluff leitet. Außerhalb der Ferienzeit arbeiten sie im pädagogischen Zentrum, am Wochenende geht es dann ins Eisstadion. Die Profis danken und unterschreiben auf Plakaten. Als die Dampflok am Hülser Berg Station macht, schießt Betreuerin Gabriele Schönnebeck noch ein Gruppenfoto.

Doch nicht nur die Leute der Lebenshilfe sind von den Spielern begeistert. Als das Quartett am Nordbahnhof in den Zug einsteigt, wartet Melanie Drießen bereits sehnsüchtig. Sie ist eine der wenigen Fans, die im Vorfeld von der Aktion wussten und hat natürlich auch ihr Trikot mitgebracht. Zusammen mit ihrer Tochter gibt es ein Erinnerungsfoto. Drießen sagt: „Meine Mutter hat mir gesagt, dass KEV-Spieler mitfahren. Da war für uns klar, dass wir dahin müssen.“

Andere holen sich spontan ihr Autogramm ab. „Wir wollten ohnehin mit dem Schluff fahren, und wenn die Spieler hier sind, muss man das ja auch nutzen“, sagt York Rieger.

Für die Neuzugänge Garrett Noonan, James Bettauer und Phillip Bruggisser ist die Fahrt vom Nordbahnhof bis zum Hülser Berg zudem die Chance, einmal etwas mehr von Krefeld zu sehen. Zwischen Fitnesstest und täglichem Training bleibt in den ersten Tagen kaum Zeit für Ausflüge, wie Noonan erklärt: „Solche Sachen wie heute sind echt gut, um auch mal etwas zu sehen, was nicht auf dem Weg zum Eisstadion liegt“, sagt Noonan.

Nach den ersten Tagen in Krefeld zeigt sich der Amerikaner zufrieden und sagt: „Ich bin beeindruckt vom ganzen Team und dem Trainerstab. Es ist für alle ein Neuanfang und wir freuen uns alle unglaublich auf die neue Saison.“

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