Krefeld Pinguine erwarten den Meister aus München

Gegen München: Krefeld Pinguine wollen mit Tempo zum Erfolg

Pinguine-Trainer Brandon Reid setzt auf schnelles Spiel seiner Mannschaft am Freitag gegen Meister München.

Am Dienstag hat Arturs Kruminsch ein paar Runden auf dem Eis gedreht. Der Deutsch-Lette, der im Juli die schlimme Diagnose Krebs erhalten hatte, hat die Chemotherapie hinter sich, besuchte seine Mannschaft beim Training. Das Tempo noch gedrosselt, mit Pulsuhr unterwegs. Den eigenen Körper noch nicht zu sehr strapazieren. Aber zumindest zeigen: Ich bin dabei.

Arturs Krumnisch war auf dem Eis, wie auch Patrick Klein

Matthias Roos, der Sportliche Leiter der Krefeld Pinguine, sagt: „Es ist für ihn noch ein langer Weg. Er hat sich gefreut wieder auf dem Eis zu stehen. Jetzt muss man die Nachuntersuchungen abwarten. Die Mannschaft hat sich über seinen Besuch gefreut.“

Gute Nachrichten haben die Krefelder in den vergangenen Wochen in Serie produziert nach sechs Siegen in Folge. Die des Arturs Kruminsch – so vorsichtig man mit voreiligen Schlüssen bei einer Krebserkrankung sein sollte – reiht sich da ein. Und da wäre ja auch noch Torwart Patrick Klein, der nach zweimonatiger Verletzungspause auch wieder das Eis betreten hat, aber noch nicht fit für ein Spiel ist. Fortschritte, das passt ganz gut ins Gesamtbild an der Westparkstraße. Am Freitag will die Mannschaft von Trainer Brandon Reid die nächsten positiven Schlagzeilen folgen lassen. Im Heimspiel gegen den deutschen Meister EHC München.

Reid: „München ist stark, hat Veteranen und große Spieler“

Anders als der Spieler Kruminsch, der mit kleinen Schritten zurück zu alter Gesundheit finden will, gehen die Pinguine gerade mit großen Schritten auf die Play-offs zu. Und die Geschwindigkeit auf dem Eis, so Trainer Reid, sei gegen die Bayern auch der Weg zum Ziel: „Das Tempo wird der Schlüssel sein.“ Der Kanadier hat die Münchner zuletzt studiert. Gegen den Tabellenzweiten gab es für die Pinguine bisher einen Sieg und eine Niederlage. Reid: „München ist stark. Sie haben einige Veteranen und große Spieler in ihren Reihen.“

Mit schnellem Spiel will der Pinguine-Trainer dem Meister Probleme bereiten. Dabei soll auch Stürmer Travis Ewanyk helfen. Er hat sich zuletzt empfohlen und dürfte in einer Reihe mit Mathias Trettenes und Philip Riefers stehen.

Der Auftrag: Im Spiel die Details des Gegners beobachten

Mit der Entwicklung zeigt sich Reid einverstanden. Er spricht von einer „Detailphase“, in der sich seine Mannschaft nun befinde. Die Identität gefunden, das Spielsystem eingeprägt, die Automatismen stimmen immer besser. Nun gehe es darum, auch im Spiel die Details des Gegners zu beachten, sich darauf einzustellen. Und da geht es zum Beispiel auch um das Augenmerk: Wo führt der Gegenspieler den Stock? Wie ist er zu verteidigen? Das Spiel lesen, gedankenschnell handeln. „München ist seit drei oder vier Jahren eine gute Mannschaft. Wir sind dabei, gut zu werden“, sagt Reid.

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