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Krefeld Pinguine: Ein neues Quartett für die Defensive

Analyse Der neue Kader der Krefeld Pinguine der Saison 2020/21 : Ein neues Quartett für die Defensive

Mit den Verpflichtungen von Mirko Sacher und Eugen Alanov sind die Personalplanungen der Krefeld Pinguine abgeschlossen. Im dreiteiligen Kadercheck blickt unsere Redaktion auf die einzelnen Mannschaftsteile des Teams von Trainer Glen Hanlon.

Heute geht es um die Verteidigung.

Wie sah es zuletzt aus?

Trainer Brandon Reid und Assistent Pierre Beaulieu standen acht Defensivkräfte zur Verfügung. Jedoch reichte es bei Mark Cundari, der für das erste Verteidigungspaar eingeplant war, nur zu 23 Einsätzen. Der Kanadier verletzte sich in der Vorbereitung, löste seinen Vertrag zum 31.Dezember 2019 auf, um sich dem Villacher SV (Österreich) anzuschließen. In der Offensive setzte Phillip Bruggisser Akzente. Der Däne erzielte 13 Treffer, nur zwei DEL-Verteidiger waren erfolgreicher. Doch Bruggisser offenbarte wie seine defensiven Mitstreiter vor dem eigenen Tor zu viele Nachlässigkeiten.

Christian Bull, Krefeld Pinguine, DEL, Eishockey Foto: Nein/Krefeld Pinguine

Wer geht?

Nach Cundari werden mit Bruggisser (Wolfsburg) und Garrett Noonan (Ziel unbekannt) auch die beiden weiteren Lizenzverteidiger die Schwarz-Gelben verlassen. Noonan war in der vergangenen Saison der stabilste Abwehrspieler, doch der Kanadier verbrachte zuviel Zeit auf der Strafbank. Noonan leistete sich 23 Zwei-Minuten-Strafen – nur sieben DEL-Verteidiger lagen vor dem Krefelder. Nach zwei Jahren im Pinguine-Dress muss sich zudem Philip Riefers einen neuen Verein suchen.

Wer bleibt?

Das deutsche Quartett Torsten Ankert, Alex Trivellato, Mike Schmitz und Tom-Eric Bappert bleibt den Pinguinen treu. Ankert und Bappert besaßen Mehrjahresverträge, die Arbeitspapiere von Trivellato und Schmitz wurden nach Saisonende jeweils um eine weitere Spielzeit verlängert.

Kristofers Bindulis Foto: Pinguine/Krefeld Pinguine

Wer kommt?

Die Pinguine wollen verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler setzen. Dies wird insbesondere bei den drei neuen Kontingentverteidigern deutlich. Mit Daniil Valitov verpflichteten die Schwarz-Gelben einen jungen russischen Verteidiger, dem zugetraut wird, in Zukunft in der russischen Top-Liga KHL eine tragende Rolle zu übernehmen. Der 20-jährige hat 34 KHL-Spiele absolviert, allerdings mit einer durchschnittlichen Einsatzzeit von weniger als acht Minuten. Valitov möchte in der DEL sein Spiel verbessern, viel Über- und Unterzahl spielen und in ein paar Jahren in seine russische Heimat zurückkehren. Für den 24-jährigen Christian Bull ist der Weg ins Ausland der nächste Schritt in seiner Karriere. Der Norweger hat sein Spiel in seiner Heimat konstant weiterentwickelt und auch in der norwegischen Nationalmannschaft eine immer wichtigere Rolle eingenommen. Kristofers Bindulis kehrt nach sieben Jahren in Nordamerika nach Europa zurück. Nach einer Verletzung im Dezember 2018 wurde er in der vergangenen Spielzeit fast ausschließlich in der drittklassigen ECHL eingesetzt. Die Spielweise des 24-jährigen Letten sollte der größeren europäischen Eisfläche entgegenkommen. Der letzte Zugang Mirko Sacher soll für defensive Stabilität sorgen. Der 28-jährige hat 215 DEL-Spiele für die Schwenninger Wild Wings bestritten und feierte beim Deutschland-Cup in der Yayla-Arena im vergangenen November sein Länderspieldebüt. Seinen Wechsel haben die Punnguine noch nicht bestätigt.

Was kann noch passieren?

Mirko Sacher. Foto: dpa Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp/Sven Hoppe

Vier Abgänge stehen vier Zugängen in der Defensive gegenüber – die Planungen der Pinguine sind abgeschlossen. Können die Zugängen Valitov, Bull und Bindulis nicht die angedachten Rollen einnehmen, werden die Verantwortlichen reagieren müssen und eine der beiden noch freien Lizenzen für einen Verteidiger vergeben müssen. Das gilt auch bei einem längerfristigen Ausfall, denn für Schmitz und Bappert wird es nur zu sporadischen Einsätzen reichen.