Krefeld Pinguine: Das sind die Probleme des DEL-Teams

Fünf Niederlagen in Folge : Das sind die Problemstellen der Krefeld Pinguine

Die Niederlagen-Serie der Krefeld Pinguine wuchs am Wochenende auf fünf Pleiten an. Besonders offensiv läuft es nicht rund. Die Analyse:

Neun Spieltage sind absolviert und die Krefeld Pinguine stehen mal wieder dort, wo sie nicht hinwollen. Die Saison ist noch lang, doch fünf Niederlagen in Serie sind schmerzhaft. Am Freitag holte das Team von Trainer Brandon Reid immerhin einen Punkt im Derby bei der Düsseldorfer EG, verlor mit 1:2 nach Verlängerung. Sonntag war gegen Meister Mannheim nichts zu holen – 1:4. Die Probleme sind dabei auszumachen.

Offensiv-Flaute: Zwei Tore in zwei Spielen, das ist zu wenig. Erst recht, wenn man die Niederlagen unter der Woche in Nürnberg (2:4) sowie die beiden Pleiten gegen Bremerhaven (1:2) und Schwenningen (2:5), dazurechnet. Somit kommen die Pinguine auf gerade einmal sieben Tore in den letzten fünf Spielen. Die Gründe dafür benennt Trainer Reid klar, sagt: „Offensiv suchen wir im Moment nicht den Weg zum Tor, spielen zu viel außen, wir müssen einfach mehr treffen. Die Hälfte der Tore sollte durch Fernschüsse fallen, in dem ein Spieler die Sicht nimmt, abfälscht oder einen Nachschuss reinmacht.“

Doch solche Tore sind derzeit Mangelware. In den ersten Spielen rettete die Paradereihe um Chad Costello, Daniel Pietta und Grant Besse noch die Pinguine-Offensive. Doch am Wochenende kamen weder Costello noch Pietta, der am Mittwoch gegen Nürnberg eine Eiszeit von 28:25 Minuten hatte und damit fast die Hälfte des Spiels auf dem Eis stand, auf einen Scorerpunkt. Besse rückte vor dem Derby in Düsseldorf in die zweite Reihe an die Seite von Jeremy Welsh und Vinny Saponari, machte seine Sache gut. Besse erzielte das Tor gegen Mannheim und bereitete den Treffer von Kai Hospelt in Düsseldorf vor.

Doch wenn die erste Reihe nicht zündet, stockt das Getriebe bei den Pinguinen. Reid bemängelte im Anschluss an das Mannheim-Spiel auch den nötigen Willen: „Wir schießen im Moment fast nur schöne Tore. Aber da fehlt es an der Bereitschaft dahin zu gehen, wo es wehtut. Das ist nicht einfach, aber man wird dafür am Ende durch diese schmutzigen Toren belohnt.“

Cleverness: Es deutete sich schon bei den ersten beiden Saisonspielen an, als die Pinguine zweimal eine 3:1-Führung verspielten: Die fehlende Cleverness in entscheidenden Situationen setzt sich seitdem fort. Gegen Düsseldorf handelte man sich vor dem 1:1-Ausgleich eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis ein. Der Wechselfehler wurde umgehend bestraft. Gegen Mannheim zeigten die Krefelder ein gutes erstes Drittel, führten und kassierten dann doch 31 Sekunden vor der Pause noch das 1:1. Reid: „Da müssen wir cleverer spielen, um mit dem 1:0 in die Kabine zu gehen.“

Ausdauer: Vor der Saison lobten Trainer Reid und Sportdirektor Matthias Roos die besten Fitnesswerte seit fünf Jahren. Doch derzeit verlieren die Pinguine die Spiele reihenweise im letzten Drittel. Dabei war bei beiden Spielen die Tendenz erkennbar: Im ersten Drittel waren die Krefelder besser, im zweiten war es ausgeglichen und im dritten dominierte der Gegner. Ein Blick auf die Statistik bestätigt dies. 17 der 30 Gegentore fielen nach der 40. Minute. Ob die Probleme an der Ausdauer oder der schon benannten fehlenden Cleverness liegen, ist dabei unklar. Wahrscheinlich ist ein Zusammenspiel aus beiden Komponenten.

Fakt ist: Vor den Spielen in Berlin und gegen Köln stehen die Pinguine schon unter Zugzwang. Gegen zwei Gegner, die ähnlich dastehen wie die Krefelder, sind Punkte zwingend nötig, um nicht frühzeitig den Playoff-Zug abfahren zusehen.

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