KEV: Rick Adduonos einsamer Kampf

Die Pinguine verlieren zu oft — und das ist nie gut für einen Trainer. Zumal, wenn die Zukunft vertraglich noch nicht geregelt ist.

Krefeld. Die Schlusssirene im König-Palast klang Rick Adduono noch im Ohr — 3:5 gegen die Kölner Haie, einem direkten Konkurrenten. Der ehrgeizige Kanadier ist drauf und dran, mit seiner Mannschaft die Teilnahme an den Pre-Play-offs zu verspielen. Da braucht es eben nur eine Bemerkung eines Stadionbesuchers, den Adduono auf dem Weg der Kabine passierte, um aus dem ansonsten ausgeglichenen Trainer der Krefeld Pinguine einen Wüterich zu machen. Der Vorfall des Wortgefechtes dokumentiert, wie sehr die missliche Situation Adduono belastet, der derart in Rage geriet, dass er wild fluchend und gestikulierende die weiß-rote Absperrkette, die den Weg zu den Kabinen der Pinguine von den nach Spielschluss wartenden Journalisten trennt, zerriss.

Ein Wortgefecht mit einem Zuschauer brachte Trainer Rick Adduono gleich nach dem Spiel derart in Rage, dass man sich durchaus auch Sorgen um seine Gesundheit machen konnte. Fotos (3): samla
Ein Wortgefecht mit einem Zuschauer brachte Trainer Rick Adduono gleich nach dem Spiel derart in Rage, dass man sich durchaus auch Sorgen um seine Gesundheit machen konnte. Fotos (3): samla

„Wir waren beide frustriert über das Ergebnis und ich war einfach emotional. Aber ich habe niemandem Schaden zugefügt und musste einfach Druck rauslassen“, sagte Adduono gestern nach einer nicht gerade ruhigen Nacht im Gespräch mit der WZ. Wenige Minuten nach dem Zwischenfall hatte sich Adduono auf der Pressekonferenz wieder beruhigt, attestierte seinem Team ein ordentliches Spiel, in dem die individuellen Fehler den Ausschlag zugunsten der Kölner gegeben hätten.

Ein Wortgefecht mit einem Zuschauer brachte Trainer Rick Adduono gleich nach dem Spiel derart in Rage, dass man sich durchaus auch Sorgen um seine Gesundheit machen konnte.
Ein Wortgefecht mit einem Zuschauer brachte Trainer Rick Adduono gleich nach dem Spiel derart in Rage, dass man sich durchaus auch Sorgen um seine Gesundheit machen konnte.

Diese Patzer indes ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison der Pinguine, die gegen Köln zudem erneut ein Powerplay der Marke harmlos zeigten. Beide Grund-Probleme vermochte Adduono während der Saison nicht abzustellen. Die einzige Lösung auf den fast aussichtslosen Rückstand im Heimspiel gegen Köln fand der Pinguine-Trainer im permanenten Einsatz seiner stärksten Reihe um Daniel Pietta, Marcel Müller und Istvan Sofron. Eigentlich sind von dieser Reihe aber nur Pietta und Müller das, was sich Adduono unter einer ersten Sturmvariante vorstellt. Die gesamte Saison über suchte der Kanadier vergeblich nach der besten Aufstellung.

Dass Kölns Trainer Niklas Sundblad bei der Pressekonferenz sich bei seinen vier Offensivreihen für ein gutes Spiel bedankte, dürfte Adduono zusätzlich getroffen haben. Der Pinguine-Trainer scheint mit seinem Latein am Ende zu sein. Doch ausgerechnet jetzt braucht die Mannschaft jeden Punkt, um noch die Chance auf Platz zehn zu wahren. Blickt man auf die Spiele nach der Länderspielpause, in denen die Schwarz-Gelben zwar kämpferisch gut mithielten, aber letztendlich auch nur zwei Punkte aus drei Spielen einfuhren, zeigt die Formkurve des Teams klar nach unten.

Während der Trainer vor der Kabine nach Spielschluss kurz wütete, war es um die Profis in der Umkleide still. „Da herrschte erstmal Frust nach seiner Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten“, sagte Christian Kretschmann, ergänzt aber energisch: „Wir haben aber noch das Spiel gegen Schwenningen in der Hinterhand und müssen uns jetzt zusammenraufen.“ Ähnlich sieht es Daniel Pietta: „Wir haben mit viel Energie gespielt. Die Fehler sind trotzdem nicht zu erklären. Aber wir müssen das Spiel jetzt schnell abhaken und die Punkte in Straubing holen.“ Auch, um dem Trainer Argumente in den Verhandlungen um seinen im Sommer auslaufenden Vertrag zu liefern. Ob es dem noch hilft, darf zumindest angezweifelt werden.