Krefeld Pinguine: Kein Tor bisher: Tommy Kristiansen kam als Hoffnung, jetzt ist er Mitläufer

Krefeld Pinguine : Kein Tor bisher: Tommy Kristiansen kam als Hoffnung, jetzt ist er Mitläufer

Der Norweger mit Daten eines Torjägers kam als Hoffnung — gelandet ist er erst einmal als Mitläufer. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Krefeld. Er ist einer mit beeindruckenden Maßen und Werten. 1,89 Meter groß, 102 Kilogramm schwer. Er hat vier Meisterschaften gewonnen — in Serie, mit den Stavanger Oilers. Das alles ist Tommy Kristiansen. Der Bulle aus Stavanger — so titelte unsere Zeitung bei seiner Verpflichtung Mitte April.

Von dem Bullen ist bei den Pinguinen bisher nur ein Büllchen zu sehen. Kein Tor bisher, nur ein Assist. Und das in 13 Spielen. Das wurmt natürlich auch den dunkel-blonden Hünen selbst, der sich daher lieber an die Quote in Norwegen erinnert. In 169 Spiele für Stavanger — 70 Tore, 65 Vorlagen. Dazu in 60 Play-off-Spielen weitere 23 Tore und 20 Vorlagen.

Sportdirektor Matthias Roos sagt klar: „Wir sehen noch nicht den Tommy Kristiansen, den wir sehen könnten. Tommy kann besser spielen.“ Gleichwohl mahnt Ross zu Gelassenheit: „Er hat den Kopf vielleicht noch nicht ganz frei.“ Dass eine Art Tor-Fluch auf ihm laste, sieht Ross nicht, meint, dass alles auch ganz schnell gehen könne. Hin zum Besserem. Roos: „Vielleicht fällt Tommy am Freitag mal einer rein. Dann ist die Blockade weg.“ Im Heimspiel gegen Schwenningen am Freitag meint Roos, der sich auch nicht vorstellen mag, dass er sich so getäuscht haben soll im März, als er Kristiansen zweimal live hatte spielen sehen.

Unter Schutz steht Kristiansen zwar nicht bei Rick Adduono, dennoch sagt der Trainer: „Ich gebe ihm Kredit. Er hinterfragt sich selbst. Er braucht Vertrauen.“ Aus der Power-Play-Formation aber hat Adduono ihn aktuell abgezogen. „Das nimmt ein bisschen den Druck von ihm.“

Druck ist ein schönes Stichwort, zumal Adduono gestern von einem durchwachsenen ersten Viertel der Saison sprach: „Wir haben gehofft, mehr zu überraschen.“ Dazu können sich die Pinguine jetzt aufmachen, wenn es zum ersten Mal in dieser Spielzeit zum zweiten Mal gegen einen Konkurrenten geht — ausgerechnet Schwenningen ist es, dass Team gegen das die Pinguine ihr schlechteste Spiel beim 1:5 ablieferten. Adduono sprach fast ehrfürchtig von den Qualitäten der punktgleichen Süddeutschen. Sie spielten mit sehr guter Disziplin zwischen den Linien sowie mit einem effektiven Überzahlspiel. Wenn am Ende dann Tommy Kristiansen zum Bullen wieder her-anwächst, wäre das auch egal.

Mehr von Westdeutsche Zeitung