Hagers zwei Welten

Der Spieler der Krefeld Pinguine fühlt sich im Kreis der Nationalmannschaft sehr wohl.

Bern/Krefeld. Patrick Hager machte nach dem Nachmittagstraining der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in den Katakomben der Berner Almend-Arena einen relaxten Eindruck.

Der 20-Jährige hat mit seinen Teamkameraden am Montag um 16 Uhr gerade eine einstündige Einheit hinter sich, die einzige am Tag vor dem wichtigen WM-Vorrundenspiel am Dienstag gegen Frankreich. "Das Training dient mehr zur Regeneration, schließlich spielen wir jeden zweiten Tag", sagte Hager, der in der DEL vor seiner dritten Saison bei den Krefeld Pinguinen steht.

Hager ist der Youngster im deutschen Nationalteam, aber einer, auf den Bundestrainer Uwe Krupp setzt.

Gerade in Unterzahl erscheint das Trikot mit der Nummer 50 immer häufiger auf dem Eis. Seine Reaktions-Schnelligkeit ist beim Penalty-Killing gefragt. Patrick Hager strotzt vor Selbstbewusstsein, daran ändern auch die beiden Niederlagen gegen Russland und die Schweiz nichts. "Es tut gut, wenn der Trainer einem das Vertrauen schenkt und man Verantwortung übernehmen kann. Kai Hospelt und ich sind in Unterzahl ein gutes Gespann."

Seine sportliche Zukunft in der DEL sieht der Stürmer bei den Krefeld Pinguinen. "Meinen Vertrag habe ich vorzeitig verlängert. Er läuft jetzt noch drei Jahre. Die Mannschaft bleibt fast komplett zusammen. Wir sind das jüngste Team in der Liga und sehr entwicklungsfähig."

Daran ändert seiner Meinung nach auch der Weggang von Trainer Igor Pavlov nichts. "Vorher war Jiri Ehrenberger unser Coach. Egal, wer Trainer ist, es kommt darauf an, dass man sich bemüht. Dann spielt man auch."

Für Hager sind Nationalteam und DEL zwei verschiedene paar Schuhe. "In der Liga wird die Freundschaft während der Spiele abgelegt. Vielleicht checkt man einen Kumpel aus einer anderen Mannschaft nicht ganz so hart." Als gutes Beispiel nennt Patrick Hager den Düsseldorfer Daniel Kreutzer. "Im DEL-Viertelfinale haben wir sieben Spiele gegeneinander gespielt, und jetzt im Nationalteam verstehen wir uns sehr gut."

Allerdings hat Patrick Hager ein kleines Problem. Eigentlich müsste er zusammen mit seinen Krefelder Mannschaftskameraden Michael Endraß und André Huebscher am nächsten Montag zur zweimonatigen Grundausbildung bei der Bundeswehr in Dillingen nahe Augsburg einrücken, aber an diesem Tag bestreitet Deutschland das letzte Spiel in der Zwischenrunde oder Relegation.

"Die streiten sich bei der Bundeswehr doch tatsächlich um ein paar Tage, die ich später kommen werde. Und wenn wir ins Viertelfinale kommen, bin ich noch später dran. Ich hoffe, dass nach der WM alles klar ist", sagt Hager. "Ansonsten werde ich wohl zurück gestellt. Kommendes Jahr ist die Konstellation mit der WM im eigenen Land nicht anders."

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