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Glen Hanlon verspricht: „Fans der Krefeld Pinguine werden stolz sein“

Krefeld Pinguine : „Die Fans der Krefeld Pinguine werden stolz sein“

Knapp eine Woche ist vergangen, als bekannt wurde, das Glen Hanlon neuer Cheftrainer der Krefeld Pinguine wird. Der 63-Jährige weilt noch in seiner kanadischen Heimat, steht aber im engen Austausch mit der neuen Sportlichen Führung der Pinguine.

Im Interview redet Hanlon über seinen Kontakt zu den Pinguinen, die Krefelder Fans und seine Art Eishockey zu spielen.

Herr Hanlon, Sie waren der Torhüter, gegen den Wayne Gretzky sein erstes Karrieretor schoss...

Glen Hanlon: Damals wusste ich natürlich nicht, dass er der beste Spieler der Welt wird und ich deswegen in die Geschichtsbücher eingehen werde. In meiner Karriere war ich daher nicht froh darüber, weil als Torwart möchte man nie ein Gegentor kassieren. Mit der Zeit ist es schon ein wenig lustig, deswegen in die Historie einzugehen und heute kann ich damit sehr gut umgehen und den Leuten erzählen: Hey, ich war damals dabei und stand mit Wayne Gretzky auf dem Eis.

Warum haben Sie sich entschieden, nach Krefeld zu kommen?

Hanlon: Es war eine sehr einfache Entscheidung. Ich war in meiner Trainerkarriere schon in vielen verschiedenen Ländern und habe so eine Art Wunschliste und auf dieser stand drauf irgendwann einmal in Deutschland und der DEL zu trainieren. Mir gefällt die Begeisterung für Sport und auch die Qualität der Spieler. In den Gesprächen mit Sergejs und Roger (Saveljevs, Nicholas Anm. d. Red.) haben sie mir ihren Plan vorgestellt und das war exakt so, wie meiner Meinung nach Hockey sein sollte. Der dritte Punkt war gewissermaßen auch der Stand der Mannschaft. Mir gefällt es eher, eine Mannschaft zu übernehmen, die zuletzt vielleicht nicht so erfolgreich war und diese dann wieder nach oben zu führen, als ein Team zu trainieren wo es gefordert ist, die hohen Standards aus den Jahren zuvor zu halten.

Was ist ihre Meinung zu den Fans in Krefeld?

Hanlon: Es gibt einige Plattformen, auf denen ich Spiele aus den letzten Jahren schauen konnte. Als ich Spiele in Krefeld geschaut habe, merkte ich schnell diese Leidenschaft, die die Fans für den Sport besitzen. Das überträgt sich auch auf die Spieler. Mir gefällt die Loyalität, die der Mannschaft entgegengebracht wird.

Wie schätzen Sie die Deutschland und die DEL ein?

Hanlon: Die Entwicklung in den letzten Jahren war definitiv positiv. Das Ansehen ist durch Spieler wie Tim Stützle oder natürlich Leon Draisaitl enorm gestiegen und abgesehen von der KHL ist die Liga in Deutschland zusammen mit der Schweiz und Schweden die Top-Adresse in Europa. Mir gefällt aber vor allem auch das Umfeld in Deutschland. In der KHL reist man viele Tage in der Saison von Spielort zu Spielort, das ist in Deutschland viel kompakter. So viel man auch über die große Welt nachdenkt, so ist es manchmal die kleine Welt, die einen glücklich macht.

Wie sind ihre Erwartung an die Mannschaft und den Verein?

Hanlon: Die Qualität in der Liga wird hoch sein, also brauchen wir ein Staff, der unglaublich hart arbeitet. Jeder Spieler muss das abliefern, was wir von ihm erwarten. Das bedeutet nicht, dass zuletzt alles schlecht war, aber unser Team soll in der nächsten Saison vor allem sehr schnell und in einem fantastischen Fitnesszustand sein. Meine Aufgabe wird es sein, den Spielern eines klar zu machen: Egal in wie guter Verfassung du bis jetzt in deiner Karriere warst, es wird nicht genug sein, weil wir einfach so schnell spielen wollen. Die Fans werden stolz sein, wie die Mannschaft spielt und sie haben mein Wort, dass sie nicht mehr aus der Arena gehen werden und sagen, die Krefeld Pinguine haben nicht alles was sie haben auf dem Eis gelassen.

Wie wird also das Eishockey aussehen, dass Sie spielen wollen?

Hanlon: „Im heutigen Eishockey geht es vor allem darum schnell zu spielen. Wenn du das nicht tust, hast du keine Chance. Wenn wir den Puck verlieren, ist es das Ziel so viel Druck zu machen, dass man ihn schnellstmöglich wieder zurückbekommt. Natürlich will jede Mannschaft pro Spiel sechs oder sieben Tore schießen, aber das ist nicht realistisch. Die Basis liegt in der Defensive und ich möchte ein System spielen, in dem wir organisiert und schlau in der Defensive spielen, um möglichst wenig Chancen zuzulassen.“