Für Ex-Pinguin Ehrhoff beginnt die Jagd nach dem Cup

Für Ex-Pinguin Ehrhoff beginnt die Jagd nach dem Cup

Der Krefelder greift mit den San Jose Sharks erneut nach der bedeutendsten Eishockey-Krone.

Krefeld. Den ersten Pokal hätte Christian Ehrhoff schon in der Nacht zu Donnerstag mit seinen Teamkollegen von den San Jose Sharks in die Höhe recken können. Doch das verbietet der Aberglaube einem Eishockey-Profi, der den Stanley Cup gewinnen will.

Denn über der Trophäe liegt ein Fluch. Wer ihn berührt, kann den Finalsieg abschreiben. Darum wird die "Presidents Trophy", also jener Pokal, der dem Klub verliehen wird, der die reguläre Saison in der nordamerikanischen Eishockey-Liga (NHL) als punktbester abschließt, traditionell von den Spielern verschmäht. Ein Foto vom Teamkapitän mit dem Cup - in diesem Fall Patrick Marleau - das war es vor dem ersten Play-off-Duell der Sharks mit den Anaheim Ducks auch schon.

Schließlich sind die Voraussetzungen, den Cup zu gewinnen, für die Sharks so gut wie nie. "Der neue Trainerstab, dazu einige neue Spieler - es hat halt alles gepasst. Wir sind durch alle Reihen sehr gut besetzt. Jetzt müssen in den Play-offs nur alle ihre Leistung bringen", sagt Ehrhoff im Gespräch mit der WZ.

Denn in dem kalifornischen Rivalen aus Anaheim haben die Sharks gleich einen harten Brocken vor der Nase. Zwar konnten Ehrhoff & Co. in der Saison vier der sechs Partien gegen Anaheim gewinnen, doch "die Ducks hatten zuletzt einen guten Lauf", warnt Ehrhoff.

Der 26-Jährige kann schon jetzt auf seine bislang beste NHL-Saison verweisen. Mit acht Toren und 34 Vorlagen ist Ehrhoff hinter den Routiniers Dan Boyle und Rob Blake drittbester Defensivspieler der Sharks. "Dabei bin ich ohne große Erwartungen in diese Spielzeit gegangen. Man musste ja zuerst einmal sehen, wie es mit dem neuen Trainerstab funktioniert", sagte Ehrhoff.

Offenbar erstaunlich gut, denn seit Todd McLellan das Amt von Ron Wilson übernommen hat, beißen die Sharks wieder richtig. "Auch weil wir Verteidiger offensiver spielen", erklärte Ehrhoff, der weit mehr Eiszeiten in Über- und Unterzahl erhält, und gerade im Powerplay überaus produktiv ist.

Es kann also was werden mit dem Traum, in die Fußstapfen von Uwe Krupp zu treten, der 1996 die Colorado Avalanche mit seinem Treffer gegen Florida zum Stanley-Cup-Sieg schoss. "Das Siegtor im entscheidenden Spiel zu erzielen, davon habe ich schon geträumt, als ich als Kind Eishockey gespielt habe", so Ehrhoff.

Doch zunächst einmal muss die Hürde Anaheim genommen werden, damit nicht bereits im Viertelfinale Endstation ist. So wie unlängst für die Krefeld Pinguine. "Die Pinguine haben trotzdem eine Supersaison gespielt. Schade, dass sie gegen die DEG so unglücklich ausgeschieden sind. Aber sie können trotzdem stolz sein, auf das, was sie erreicht haben", sagte Ehrhoff. Und genauso stolz wären sie wohl bei seinem Ex-Klub - wenn Christian im Juni den Stanley Cup in den Händen halten sollte. Da heißt es ab Freitag, kräftig Daumen drücken.

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